
Bietet der Kia ab Werk: Anschluss für den ipod
Absicht oder nicht - eine gewisse optische Ähnlichkeit des neuen Kia pro_cee'd zum aktuellen Audi A3 kann man nicht übersehen. Vor allem aus der hinteren Perspektive erinnert der Kia an das kompakte Premium-Modell aus Germany. Und der pro_cee'd hat noch weitere Gemeinsamkeiten mit dem Audi.
Zum Beispiel seine europäische Herkunft. Kia ist zwar eine südkoreanische Marke, der pro_cee'd wurde allerdings wie seine Brüder cee'd (Fünftürer) und cee'd Sporty Wagon (Kombi) in Europa für Europa entwickelt. Gebaut wird er dementsprechend auch in Europa, genauer im slowakischen Zilina (ja, jene Stadt, dessen Fussballclub der FC Basel in der Champions League Quali vor sechs Jahren in der zweiten Runde eliminiert hatte).
Seine europäischen Gene merkt man dem Kia pro_cee'd an und zwar überraschenderweise nicht nur beim Aussehen. Das Fahrverhalten des Kia steht den rein europäischen Konkurrenten in nichts nach, von einer schaukelnden Reisschüssel spricht hier ganz sicher niemand. Koreanische Autos kämpfen wie vor nicht allzu langer Zeit auch noch die Japaner mit einem Imageproblem und gelten als Billigangebote mit magerem Können in Sachen Technik. Nun ja, der pro_cee'd räumt mit derlei Märchen ziemlich rassig auf.
Knackiges Fahrwerk, direkte Lenkung
Die Federung des Kia pro_cee'd macht ihren Job wirklich gut. Dort, wo es Sinn macht, sorgt sie für guten Komfort, in den meisten Fahrsituationen allerdings gibt sie sich straff und damit sehr sicher. Den pro_cee'd bringt jedenfalls nichts so schnell aus der Ruhe und im absoluten Notfall greift das schon in der Basis serienmässig verbaute Stabilitätsprogramm ESP ein. Einige Zeitgenossen dürften diesen Eingriff als pro_cee'd-Besitzer wahrscheinlich sogar extra provozieren, denn das rasante Kurvenräubern macht dank der direkt ausgelegten Lenkung viel Spass.
Natürlich ist der pro_cee'd kein hochkarätiger Sportwagen, sondern einfach ein ungeahnt dynamisch ausgelegter Kompakter. Für einen reinrassigen Sportwagen ist der alltägliche Nutzwert denn auch ein bisschen zu hoch. Schliesslich gibt es im pro_cee'd neben fünf Sitzen beispielsweise einen angemessen grossen Kofferraum.
Sparsames Dieseltriebwerk...
Drei Motorisierungen bietet Kia in der Schweiz für den pro_cee'd an, zwei Benziner mit 126 und 143 PS und einen 140 PS starken Diesel. In unserem Testwagen war der Selbstzünder montiert, dessen Kraft ab Werk über ein manuelles Sechsgang-Getriebe verwaltet wird. Während den Testfahrten begnügte sich das Aggregat mit durchschnittlich 5,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer und lag damit nur zwei Deziliter über den vom Werk angegebenen Verbrauchswert. Dass der effektive Verbrauch höher liegt als die Werksangabe ist aufgrund der anderen Voraussetzungen im Alltagsverkehr bei allen Autos so, dass die Differenz so gering ist, allerdings nicht.
... und auch sonst budgetfreundlich
Den Kia pro_cee'd gibt es inklusive sieben (!) Jahren Garantie ab 24'750 Franken. Klima- und Alarmanlage und CD-Radio mit USB- und AUX-Anschluss sind in diesem Tarif inbegriffen. Preislich bleibt der Kia also trotz seiner europäischen Herkunft und der optischen Ähnlichkeit mit Audis A3 ein echter Koreaner. Uns soll's recht sein. Der Kia ist zwar in Sachen Verarbeitung (gut, aber nicht überragend) und Image kein Audi, aber dafür ist er wirklich günstig und bietet viel, ja sehr viel Auto fürs Geld.
| Marke, Modell |
Kia pro_cee'd 2.0 CRDi Sport |
| Motor |
2-Liter-Diesel |
| Leistung KW/PS |
103/140 |
| Drehmoment maximal |
304 Nm |
| Leergewicht ca. |
1500 Kg |
| Beschleunigung 0-100 |
9,7 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit |
205 km/h |
| Durchschnittsverbrauch nach Werk |
5,6 Liter/100 Kilometer |
| Mase (L x B x H) |
4,2m x 1,79m x 1,45m |
| Preis (gefahrene Version) |
35'550 Franken |
Von Simon Tottoli