Ob ein Auto 240 PS braucht, ist eine Frage, die man heiss diskutieren kann. Noch intensiver diskutiert werden dürfte die Frage, ob ein Van eben diese Power benötigt. Wir halten die Antwort kurz: Nein, ein Van braucht keine 240 PS. Aber sie stehen dem Opel Zafira OPC trotzdem ausgezeichnet.
Opels Erfolgsmodell Zafira ist kürzlich frisch überarbeitet worden. Von den dezenten Änderungen am Design und den technischen Optimierungen hat die ganze Baureihe profitiert. Der Zafira hat sich ja vor allem mit seinem schlauen Sitzsystem einen sehr guten Namen gemacht. In wenigen Handgriffen wandelt sich der Van vom Sieben- zum Fünf- oder Zweisitzer mit je nachdem turnhallenähnlichem Ladevolumen. Das Gestühl muss nicht ausgebaut werden, sondern verschwindet ganz einfach im Kofferraumboden. Praktisch ist der Zafira also sowieso und die von uns gefahrene OPC-Version ist auch noch sauschnell.
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Das Kürzel OPC steht für Opel Performance Center und damit das hauseigne Tuning-Werk der Marke. Die OPC-Ingenieure haben dem Zafira neben einem - nennen wir es mal muskulösen - Blechkleid auch ein spezielles Fahrwerk und ein 240 PS starkes Turboherz verpasst. Der Zafira OPC hat aber nicht einfach ein gewöhnliches Sportfahrwerk untendrunter, sondern eines mit verstellbaren Charakteristika, genannt IDS-Plus. Auf Knopfdruck werden die Lenkung und die Federung nochmals sportlicher und man denkt wirklich nie daran, dass man einen Van pilotiert, so agil pfeift der Zafira um die Ecken.
Dazu passt das giftige 2-Liter-Aggregat mit seinen 240 PS natürlich gut. Der Spurt von 0 auf 100 dauert kompaktsportlerverdächtige 7,8 Sekunden, das (aus Schweizer Sicht wie immer rein hypothetische) Maximaltempo bei unfassbaren 231 km/h. Zum OPC-Paket gehört ausserdem eine zupackende Sportbremsanlage. Damit das Ganze auch vom Interieur her zur Leistung passt, gibt es von Haus aus eng geschnittene Recaro-Sportsitze für Fahrer und Beifahrer.
Wer sich jetzt fragt, was das ganze Sportlerkönnen in einem Van zu suchen hat, kann sich gleich eine Gegenfrage stellen: Wie soll ein dynamisch orientierter Vater mit Freude an rassigen Autos seine vier Kinder und zwei derer Gspänli mit dem Porsche zur Schule bringen und danach gleich noch in der IKEA einen Schrank abholen? Natürlich ist der Vergleich mit dem Porsche etwas sehr gewagt, aber der Zafira OPC ist eben gewissermassen wirklich der Porsche unter den Vans.
Preislich orientiert sich der Zafira allerdings eher in Richtung günstigerer Marken. Zwar ist ein Basispreis von 47'150 Franken nicht eben ein Pappenstiel, aber in diesem Tarif ist dafür ziemlich viel Ausstattung an Bord. Da wären neben den besagten sportlichen Features zum Beispiel noch der Tempomat, die Klimaanlage, das schlüssellose System zur Fahrererkennung oder das CD-Radio zu erwähnen. Nicht zu vergessen natürlich die Sportauspuffanlage, die 18-Zoll-Alufelgen und elektrische Fenster rundum. Eine gewisse Portion Komfort ist eben trotz aller Athletik immer sinnvoll - vor allem in einem Van.