
Hier passt der Blitz: Der Opel GT ist wirklich zackig
Mit dem GT will Opel beweisen, dass die Marke beim Autobau nicht nur an den Nutzen denkt, sondern manchmal vor allem an den Fahrspass. Nur an den Fahrspass, ist man beim Opel GT geneigt zu sagen. Denn viel mehr als schnell fahren, kann das Modell nicht. Aber diese Übung beherrscht das Geile Teil dafür ausgezeichnet.
Der GT wurde von Anfang auf kompromisslose Sportlichkeit ausgelegt und das merkt man ihm an. Unter der vorderen Haube bollert ein Turbomotor mit nur zwei Liter Hubraum, der aber locker mal 264 PS aus den vier Zylindern schüttelt. Die Kraft wird standesgemäss an die Hinterräder übertragen, wo ein serienmässiges Sperrdifferential für die optimale PS-Verteilung sorgt.
Aufgrund der sehr ähnlichen Gewichtsverteilung und der gleichen Wurzeln (Opel gehört zur amerikanischen General Motors) wird der Opel GT des Öfteren als Baby-Corvette bezeichnet. Zwar ist der GT nicht ganz so schnell wie die US-Sportwagenlegende, aber er gleicht ihr bei einigen Punkten tatsächlich. Zum Beispiel beim Getriebe. Zwar verfügt die GT-Handschaltung nur über fünf Gänge, die sind aber so knochentrocken zu sortieren, wie man es auch von der Corvette nicht anders kennt. Heisst, der Schaltknauf fühlt sich an, als wäre er in einer dicken Masse eingelegt und verlangt einiges an Kraft, um durch die Schaltgasse manövriert zu werden. Dazu passt auch die schwergängige Kupplung.
Reine Fahrmaschine
Was im städtischen Bummelverkehr besonders für weniger versierte Fahrer vielleicht mühsam werden könnte, macht bei rassigeren Touren durchaus Sinn. Wer nämlich gerade damit beschäftigt ist, eine enge Kurve zu durchfahren, kann dabei keinen eiernden Schaltknüppel brauchen, der fast von selbst sein Ziel sucht. Es liegt alles in der Hand des Fahrers und das ist gut so. Noch besser ist es allerdings, wenn ebendieser Fahrer souverän mit dem GT umzugehen weiss. Denn man kann mit dem Ding wirklich extrem schnell unterwegs sein.
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Bildergalerie Opel GT
Für den Spurt von 0 auf 100 braucht die flache Flunder lediglich 5,7 Sekunden, aber so schnell sind andere auch. Was der Opel GT besser kann als die meisten anderen Modelle dieser preisgünstigen Gattung (der GT kostet neu ab nur 49'900 Franken) ist, atemberaubend schnell durch Kurven zu wieseln. Theoretisch kann man mit dem Opel GT eine Querbeschleunigung von 0,99 g erreichen, bei soviel Druck in Richtung Strassenrand fliegen die allermeisten Autos längst von der Strecke. Aber die haben auch nicht so einen extrem niedrigen Schwerpunkt wie der Opel GT. Und das Stabilitätsprogramm mit Kurvenbremskontrolle ebenso wenig. Die Fahrhilfe kann je nach Bedarf teilweise oder ganz abgeschaltet werden. Das komplette Ausschalten empfiehlt sich aber wirklich nur für Könner am Volant.
Zweitwagen mit hohem Spassfaktor
Grundsätzlich ist der Opel GT ein Auto, das problemlos im Alltag und zum Beispiel für die Fahrt zur Arbeit verwendet werden kann. Er ist weder besonders durstig (im Schnitt reichen 9,3 Liter auf 100 Kilometer) noch besonders unkomfortabel (Klimaanlage und Tempomat sind beispielsweise Serie) und mit ein bisschen Übung benimmt er sich selbst im Stop-and-go-Verkehr ganz brav. Aber dass er trotzdem am liebsten eine Fahrmaschine für schöne Sonntage sein will, zeigt sich nur schon beim Kofferraum. Er hat nämlich eigentlich keinen. Ins Heck kommt entweder eine kleine Tasche oder das manuell zu versenkende Dach. Und vorne bollert der Motor. Ergo: Es gibt Raum für zwei und ihr Necessaire. Noch Fragen?
| Marke, Modell |
Opel GT |
| Motor |
2-Liter-Turbo |
| Leistung KW/PS |
194/264 |
| Drehmoment maximal |
353 Nm |
| Leergewicht |
ca. 1406 kg |
| Beschleunigung 0-100 |
5,7 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit |
229 km/h |
| Durchschnittsverbrauch nach Werk |
9,3 Liter/100 Km |
| Masse (L x B x H) |
4,1m x 1,81m x 1,25m |
| Preis (gefahrene Version) |
53'200 Franken |
Von Simon Tottoli