
Schnittig: Die Scheinwerfer wirken besonders dynamisch
Vom Biedermann zum Brandstifter. Ganz so extrem ist der optische Wandel der Mittelklasse von Ford namens Mondeo zwar nicht ganz. Aber fast. Denn der neue Mondeo sieht verglichen mit seinem Vorgänger und vor allem gegenüber einigen Mitbewerbern ziemlich schnittig aus. Von seinen praktischen Fähigkeiten hat er aber besonders als Kombi nichts eingebüsst.
Vor nicht allzu langer Zeit waren Kombis aus der Mittelklasse typische Nutzfahrzeuge. Nicht besonders schön, aber ganz schön praktisch. Dementsprechend setzte sich auch das Klientel zusammen: Handwerker, kinderreiche Familien oder Lieferanten waren mit einem Kombi unterwegs. Dass sich diese Fahrzeuggattung dereinst zum absoluten Lifestyle-Gefährt entwickeln würde, konnte damals niemand ahnen.
Ob Audi, BMW oder eben Ford: Ein Mittelklasse-Kombi ist heute alles andere als niveaulos. Selbst wer nicht unbedingt einen Kombi braucht, zieht ihn oft der Limousine vor, weil er in den Augen vieler besser aussieht. Ob Fords Mondeo als Limousine oder als Kombi adretter daher kommt, liegt wie so oft im Auge des Betrachters. Aber dass der Kombi eine gute Figur macht, steht ausser Frage. Es sei denn, man kann nichts mit harmonischen Formen anfangen.
Vollwert-Auto
Vor lauter Schönheit vergisst man beinahe die praktischen Qualitäten des Mondeo. Denn schlussendlich muss ein Kombi eben doch viel mehr können als nur gut auszusehen. Deshalb ab auf die Reise ins Interieur, wo uns ein piekfein verarbeitetes Cockpit erwartet. Vom Design her ist es allerdings zum Teil Geschmackssache. Die Applikationen im Look von gebürstetem Alu sind nicht so unser Ding, sie sehen mit schwarzem Klavierlack edler aus, aber das kann man zum Glück bestellen.
Gar nichts zu mäkeln gibt's am Platzangebot. Das ist schlicht extraklasse. Auf allen Sitzen (ja selbst beim Mittelplatz hinten) lässt es sich ausgezeichnet leben. Vor allem die Passagiere hinten links und hinten rechts geniessen eine hervorragende Beinfreiheit. Und Fahrer sowie Beifahrer finden dank zigfach verstellbarem Frontgestühl mit Sicherheit eine bequeme Sitzposition. Für lange Reisen drängt sich der Mondeo Kombi also regelrecht auf, insbesondere wenn er mit dem 2,2 Liter grossen Selbstzünder bestückt ist.
Dann ist der Mondeo nämlich nicht nur sehr bequem, sondern auch ziemlich rassig und trotzdem sparsam unterwegs. Der Selbstzünder hat mit seinen 175 PS mehr als genug Power und ist im Innenraum fast nicht als Diesel zu identifizieren, so leise wie er vor sich hinmurmelt. Da würde natürlich ein Automatikgetriebe super dazu passen, aber selbst die von uns gefahrene Schaltversion mit sechs Gängen ist eine äusserst komfortable Sache, so leicht ist das Getriebe zu schalten.
Kommen wir zu den Preisen. Und da kann man in Anbetracht des Gebotenen keine Wunder erwarten, obschon der Mondeo sehr gut ausgestattet immer noch ein günstiges Angebot ist. Einige Vertreter unter den Mittelklassekombis kosten mit guter Ausstattung locker mal 80'000 Franken, den Mondeo gibt's mit dem Topdiesel und allerlei nützlichen Optionen wie Navigations-System, Zweizonen-Klimaautomatik und Leder-Alcantra-Sitzen rund einen Drittel billiger. Je nach Modellversion kommt man sogar schon für 34'950 Franken zu einem Mondeo Kombi.
Von Simon Tottoli
| Marke, Modell |
Ford Mondeo Titanium Station Wagon |
| Motor |
2,2-Liter-Diesel |
| Leistung |
129KW/175PS |
| Drehmoment maximal |
400 Nm |
| Leergewicht |
1598 Kg |
| Beschleunigung 0-100 Km/h |
8,7 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit |
218 Km/h |
| Durchschnittsverbrauch |
6,2 Liter/100Km |
| Masse (L x B x H) |
4,83m x 1,88m x 1,55m) |
| Preis (gefahrene Version) |
54'275 Fr. |