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''Z-Derby'': Offensiver Schlagabtausch?
Mathias Germann
Von Mathias Germann
@sport.ch
 
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''Z-Derby'': Offensiver Schlagabtausch?
Sean Simpson: Kann er auch nach der Serie noch strahlen?

Die Playoffserie zwischen Zug und den ZSC Lions ist gleich aus mehreren Gründen brisant. Einerseits sind da immer noch die Erinnerungen an das Rauchpetarden-Spiel, anderseits könnte das ''Z-Derby'' für Offensiv-Spektakel pur sorgen. Warum? Die Erklärung und weitere Aspekte rund um das Duell in der Folge...

Die Trainer:

Vor gut drei Monaten standen Doug Shedden und Sean Simpson noch gemeinsam an der Bande: Beim Spengler Cup coachten sie das Team Canada. Nun treffen die beiden langjährigen Freunde mit ihren Teams aufeinander. Hier der impulsive Shedden, stets an der Grenze zur Explosion, dort der introvertierte Simpson, ruhig und gelassen.

Shedden durfte nach einer verpatzten letzten Saison, bei der man erst in letzter Sekunde die Playoff-Qualifikation schaffte, an der Bande der Innerschweizer bleiben. Diese Kontinuität auf dem Trainerposten hat sich ausbezahlt, die Zuger waren dieser Spielzeit stets in der Spitzengruppe vertreten.

Simpson, der mit dem EVZ Meister wurde, möchte dieses Kunststück nun mit den ZSC Lions wiederholen. Nach dem Triumph in der Champions League und beim Victoria Cup wäre dies ein perfekter Abgang bei den Zürchern, wird Simpson doch danach die Schweizer Nationalmannschaft übernehmen. Die Frage stellt sich aber: Kann er sich überhaupt noch auf seinen Job in Zürich konzentrieren oder ist er mit dem Kopf schon bei der Nati? Vorteil: Zug

Die Torhüter:

Markkanen ist die unbestrittene Nummer 1 im EVZ-Kasten und für viele der beste Goalie der NLA überhaupt. Im Schnitt kassierte Markkanen in der Qualifikation 2,39 Gegentore pro Partie, womit er deutlich vor Sulander (2,88) liegt.

Weiterführende Links:
 
  LIVE: Zug-ZSC (19:45)
 

Ist der 41-jährige Altmeister Ari Sulander seinem 6 Jahre jüngeren Konkurrenten Jussi Markkannen überlegen? Das Duell auf der Goalie-Position zwischen den beiden Finnen verspricht Spektakel pur. Sulander zeigte eine solide Saison, schwächelte allerdings gegen Ende der Qualifikation ein wenig. Zudem machte ihm die Tatsache, dass Lukas Flüeler ihm immer wieder bevorzugt wurde, zu schaffen. Sein riesiger Erfahrungsschatz von über 160 Playoff-Spielen wird ihm aber zugutekommen. Vorteil: ZSC Lions

Form der Schlüsselspieler:

Der EV Zug verfügt über eine der gefährlichsten Sturmlinien der Schweiz: Wenn Liga-Topskorer Josh Holden (63 Punkte) und Damien Brunner (57 Punkte) wirbeln, wird es jedem Gegner Angst und Bange. Beim letzten Qualifikationsmatch traf Brunner doppelt und Holden gelangen 3 Assists. Ergänzt wird das kongeniale Duo sehr wahrscheinlich durch Fabian Schnyder. Gespannt ist man auf den Auftritt von Nati-Verteidiger Rafael Diaz, der in Vancouver äusserst solide spielte. Ein Fragezeichen steht hinter Dale McTavish, der immer noch sehr verletzungsanfällig ist. Zudem scheint Oldie Paul Di Pietro seine besten Tage hinter sich zu haben.

Zürich missrieten die letzten Partien gründlich, 2:4 gegen Kloten und 6:8 gegen Davos waren das aus Zürcher Sicht bittere Verdikt. Dabei zeigte sich deutlich, woran es bei den Löwen in dieser Saison hapert: Die Verteidigung ist alles andere als dicht. 165 Gegentore liess man zu, das sind 40 mehr als Playoff-Gegner Zug. Die Abgänge von Beat Forster und Severin Blindenbacher waren doch schlimmer, als sich dies Sportchef Edgar Salis erhofft hatte. Es wird entscheidend sein, ob Mathias Seger und Radoslav Suchy ihre jungen Teamkollegen führen können. Im Sturm dagegen lief es den Zürchern gut, mit 185 geschossenen Toren war man das offensiv effektivste Team. Beeindruckend ist dabei die Ausgeglichenheit der Linien, 9 Spielern gelangen mehr als 20 Skorerpunkte. Besonders heiss sind Patrick Bärtschi (53 Skorerpunkte) und Jan Alston (45). Eine wichtige Frage ist: Wie viel Lust hat Ryan Gardner noch, sich bei seinen letzten Einsätzen für den ZSC zu ''zerreissen''? Vorteil: ZSC Lions

Die Special Teams:

Zug hat das beste Powerplay der Liga, sage und schreibe 21,8 Prozent aller Überzahlsituationen nutzen die Innerschweizer aus. Der ZSC steht in dieser Rangliste auf Rang 5 (18,6 Prozent).

Im Boxplay sieht das Ganze ziemlich ähnlich aus, Zug ist besser als Zürich. Währendem der EVZ 85,3 Prozent aller Unterzahl-Situationen schadlos übersteht, sind es bei Zürich nur deren 81,5 Prozent. Vorteil: Zug

Die Direktbegegnungen:

Da ein Spiel wegen des Rauchpetarden-Falls mit 5:0 für den EVZ gewertet wurde, sind objektiv gesehen nur 4 Partien relevant. Zug gewann dabei zweimal, der ZSC einmal. Das Torverhältnis spricht erstaunlicherweise für die Zürcher, 12:11 steht es hier. Vorteil: Zug

Prognose:

Die Serie verspricht Spektakel - und so kommt es auch. Die Fans dürfen sich auf einen offensiven Schlagabtausch freuen, am Ende setzen sich die Zürcher mit 4:3 hauchdünn durch - auch, weil Zahlen und Statistiken aus der Quali in den Playoffs nicht mehr viel zählen...

Von Mathias Germann

 

 

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