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FUSSBALL | EURO 2008
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''Sbornaja''-Wirbel: Auch gegen Holland?
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Die Russen feiern Arshavin

Russland spielte mit dem Gegner über weite Strecken Katz und Maus und hätte durchaus höher gewinnen können. Überragend agierte Andrei Arshavin, der die russische Mannschaft bei seinem ersten EM-Auftritt zum Sieg führte und vollkommen zu Recht zum Man of the Match gewählt wurde. "Wir haben gezeigt, dass wir richtig Fussball spielen können", meinte Ivan Saenko, nachdem Russland zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder eine Vorrunde einer EM überstanden hatte. " Die ganze Mannschaft war heute überragend."

''Impossible is nothing''

Während Russland nun für das Viertelfinale gegen die alte Heimat seines Trainers Guus Hiddink, die Niederlande, rüsten können, müssen die enttäuschten Schweden die Koffer packen. Für sie ist die EM beendet. Saenko ist zuversichtlich für das Aufeinandertreffen mit dem Mitfavoriten: "Impossible is nothing". Schwedens Coach Lars Lagerbäck liess den Kopf nicht hängen: "Wir bauen neu auf und kommen wieder."

Grosses Fragezeichen hinter Ibrahimovics Knie

Beide Trainer sahen sich nach den letzten Auftritten nicht zu grossen Wechseln veranlasst. Bei den Russen rutschte Andrei Arshavin nach abgesessener Sperre in die Anfangsformation, Dmitri Torbinski rotierte auf die Bank. Ansonsten vertraute Hiddink seinem Personal, das 1:0 über Griechenland gewonnen hatte. Durch die Hereinnahme des Stars von Zenit St. Petersburg war sein Team jedoch etwas offensiver ausgerichtet.

Lars Lagerbäck setzte komplett auf die Elf, die gegen Spanien so unglücklich in der Nachspielzeit verloren hatte. Allerdings machte erneut das linke Knie von Zlatan Ibrahimovic Sorgen. Der Stürmerstar lief während des Aufwärmens alles andere als rund, griff sich immer wieder ans lädierte Gelenk und bekam vom Teamarzt noch kurz vor dem Anpfiff eine Extraportion Schmerzmittel verabreicht.

Russland von Beginn an mit mehr Druck

Das hätte auch sein Gegenspieler Sergei Ignashevich in der zweiten Minute gerne bekommen. Nach einem langen Einwurf von Fredrik Stoor in den russischen Strafraum wollte Ibrahimovic den Ball hinter dem Rücken mit der Hacke volley nehmen, traf aber nur den Kiefer des Abwehrspielers. Doch der war hart im Nehmen und konnte weitermachen. Viel mehr sah man dann auch vorerst nicht von Ibrahimovic - von einigen unnötigen Ballverlusten im Spielaufbau einmal abgesehen.

Die nutzten die Russen, die ein ums andere Mal mit ihrem schnellem Kurzpassspiel die Abwehr der Schweden durcheinander brachten. Zählbares kam jedoch zunächst nicht dabei heraus. In der siebten Minute behinderten sich Igor Semshov und Konstantin Zyryanov. In der 13. Minute rutschte eine Flanke über den Scheitel von Arshavin. Der Kopfball verfehlte das Tor genau wie kurz darauf ein weiterer Schuss des St. Petersburgers. Auch wenn die Chancenauswertung deutlich verbesserungswürdig war, agierten die Russen beweglicher, passgenauer und auch zweikampfstärker als die Skandinavier, die sich viele unnötige Fehler leisteten.

Besonders anfällig und behäbig offenbarte sich die linke Abwehrseite der Schweden, namentlich Petter Nilsson. Und über die fiel dann in der 24. Minute auch die hochverdiente Führung für Russland. Semshov schickte Aleksandr Anyukov in den Strafraum, der legte quer auf den Elfmeterpunkt zu Roman Pavlyuchenko und der schoss den Ball ins linke untere Eck zum 1:0. Kurz darauf hätte Yuri Zhirkov fast noch das 2:0 nachlegen können, scheiterte aber aus 14 Metern. Russland beschäftigte mit Dauersalven den schwedischen Keeper Andreas Isaaksson, der mehrfach retten musste.

Schweden kurz vor der Pause stärker

Schweden, dem Druck der Osteuropäer nicht gewachsen, kam nur ganz selten aus der eigenen Hälfte. 14 zu sieben Torschüsse im ersten Durchgang zu Gunsten des Teams von Guus Hiddink sprachen eine deutliche Sprache. Konterchancen der Skandinavier blieben Mangelware, in der 27. Minute hätte Henrik Larsson dann aber einen der ganz wenigen fast abschliessen können. Sein sehenswerter Kopfball landete nur am Lattenkreuz.

Gegen Ende der ersten Hälfte stellten sie dann etwas um und operierten nicht mehr nur mit langen Bällen, sondern versuchten direkt und schnell den Abschluss zu suchen. Fast hätte sich die Nachlässigkeit der Russen im Abschluss gerächt. Denn auf einmal wurde Schweden gefährlich für die russische Hintermannschaft. Einen Distanzschuss von Fredrik Ljungberg - hervorragend aufgelegt von Ibrahimovic - konnte Igor Akinfeev (43.) aber gut parieren, kurz vor dem Halbzeitpfiff klärte er noch einmal gegen Hansson.

Russland versetzt Schweden den Knock Out

Doch den Druck konnte Schweden nicht aufrecht erhalten. Denn kurz nach der Pause waren sofort wieder die Russen auf dem Plan und überrannten den Gegner. Zhirkov leitete einen Angriff über die linke Seite ein, passte flach in den Strafraum und Arshavin rutschte hinein und vollendete aus 14 Metern zum 2:0. Russland schaltete dann einen Gang zurück, Schweden blieb trotzdem wirkungslos und harmlos.

Nur bei Standards liessen sie zumindest einen Hauch von Gefährlichkeit erahnen. Olof Mellbergs Kopfball nach einer Ecke in der 62. Minute landete jedoch in den Oberrängen. Russland agierte bei eigenen Standards auch nicht gefährlicher. Zhirkov wollte in die Geschichtsbücher eingehen und zog einen Eckball direkt aufs gegnerische Tor. Doch er verfehlte das Ziel weit. Auf der Gegenseite mühte sich Ibrahimovic redlich, leitete mit Pässen ein paar Szenen ein. Doch wie sein Freistoss in der 77. Minute oder ein druckloser Kopfballaufsetzer zuvor verpufften auch diese Ideen ohne Erfolg. Man merkte dem Mann mit dem 12 Millionen-Euro-Salär sein Handicap und dem Team die Abhängigkeit vom Topstar deutlich an.

Die Skandinavier hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn sie noch weiter zurück gelegen hätten. Denn in der Schlussviertelstunde erhöhte Russland wieder den Druck. Doch weiterhin ging man einfach zu fahrlässig mit den Chancen um. Drei ganz dicke Möglichkeiten liessen Zyryanov, Arshavin und der eingewechselte Saenko binnen einer Minute ungenutzt.

So blieb es beim hochverdienten 2:0-Erfolg der russischen Mannschaft, die sich für das Viertelfinale qualifizierte. Dort muss gegen die Niederlande aber eindeutig etwas an der Chancenauswertung verbessert werden, denn so viele Chancen wie heute wird man dort nicht bekommen.

Malte Asmus

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