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War Zenits Sieg über Bayern manipuliert?
War Zenits Sieg über Bayern manipuliert?
Ottmar Hitzfeld flog damals mit den Bayern raus

Ging bei Bayerns UEFA Cup-Aus gegen Zenit St. Petersburg etwa nicht alles mit rechten Dingen zu? War das Spiel manipuliert? Jedenfalls ermittelt die spanische Justiz wegen des Verdachts, dass beim Halbfinale Bestechung im Spiel gewesen sein könnte.

Eine Sprecherin des Nationalen Gerichtshofs in Madrid bestätigte, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Das Gericht dürfe aber zu laufenden Ermittlungen keine Einzelheiten bekanntgeben. Die Madrider Zeitungen El País und ABC berichteten, der Verdacht der spanischen Justiz stütze sich auf drei abgehörte Telefongespräche von russischen Mafia-Bossen in Spanien.

In einem von diesen soll Leonid Christoforov, einer der inkriminierten russischen Staatsbürger, seinem Gesprächspartner im Vorhinein das Ergebnis des Rückspiels Zenit gegen Bayern (4:0) genannt haben. In einem weiteren Gespräch soll sich Guenadis Petrov, der Hauptverdächtige, gerühmt haben, den Erfolg von Zenit im Halbfinale "für 50 Millionen" gekauft zu haben.

Brisant an der Darstellung von El País: Nach den Aussagen des Mafioso hätte er das Geld dem FC Bayern gezahlt. Dafür gibt es jedoch keine Beweise ausser den mitgeschnittenen Telefongesprächen. Der mutmassliche Mafia-Boss war im Frühjahr auf Mallorca festgenommen worden.

Bayern wissen von nichts

Laut spanischer Medien habe der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón die deutsche Staatsanwaltschaft von den Ermittlungen unterrichtet. Bei der Münchner Staatsanwaltschaft war davon nichts bekannt.

Der Nationale Gerichtshof liess derweil am Donnerstag in einer neuen Stellungnahme offen, ob er wegen eines möglichen Bestechungsverdachts im UEFA-Halbfinale ermittelt. Das Gericht habe entsprechende spanische Zeitungsberichte nicht bestätigt, stellte eine Sprecherin des Gerichts in Madrid klar. Es habe lediglich bestätigt, dass Garzón gegen eine Gruppe von mutmasslichen russischen Mafia-Chefs ermittele, die im Juni in Spanien festgenommen worden waren. Ob der Richter im Rahmen dieses Komplexes auch wegen des UEFA-Pokalspiels ermittele, könne sie nicht sagen, betonte die Sprecherin.

Der FC Bayern reagierte in einer schriftlichen Stellungnahme abwartend. "Dem FC Bayern München ist dieser Verdacht ebenso wenig bekannt wie der Münchner Staatsanwaltschaft. Wir werden versuchen, jegliche etwaige Information zu diesem Vorgang zu erhalten", übermittelte der Club.

Mutko hält Verdacht für unrealistisch

Die St. Petersburger bezeichneten den Bestechungsverdacht als Beleidigung und prüfen rechtliche Schritte. "Wer die Spiele sah, weiss, dass es eine ehrliche und kompromisslose Auseinandersetzung war", sagte ein Vereinssprecher nach Medienangaben in Moskau. Der Vorwurf sei respektlos gegenüber beiden Clubs. "Zur Zeit prüfen Juristen die Artikel der spanischen Presse. Danach werden wir über eine Klage zum Schutz unseres guten Rufes entscheiden."

Der russische Sportminister Vitali Mutko hat derweil den Verdacht der Bestechung als unrealistisch bezeichnet. "Glauben Sie, dass sich solche Welt- und Europameister wie Kahn, Klose, Ze Roberto und Lucio kaufen lassen?", sagte Mutko in Moskau laut der Agentur Interfax. Er schlug beiden Vereinen vor, gegebenenfalls gemeinsam rechtlich gegen entsprechende Berichte spanischer Medien vorzugehen. Die Vorwürfe seien sowohl für Bayern, als auch für Zenit erniedrigend und verleumderisch.

 
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