Tim Borowski schoss sein erstes Tor für Bayern in der Champions League
Bayern blieb in der Gruppe F dank einem glückhaften 1:1-Remis in Florenz ungeschlagen. Zusammen mit dem punktgleichen Lyon (2:0 gegen Steaua) sind die Münchner in der Poleposition für einen Platz im Achtelfinal der Champions League.
Als kaum mehr jemand im Artemio Franchi mit einer gelungenen Bayern-Aktion rechnete, schlugen die Deutschen unerbittlich zu. Tim Borowski übernahm den Ball hart an der Offsidegrenze und glich nervenstark aus. Das 1:1 kam ohne Vorwarnung. 78 Minuten lang beherrschten der Serie-A-Vertreter das mässige Duell, vergab diverse hochprozentige Chancen, ehe ihm die Kontrolle vollends entglitt. In der Schlussphase vergaben Klose und Kroos gar um Haaresbreite den Siegtreffer
Mit Wucht und Kuzmanovics Speed
Fiorentina war mit Wucht und Raffinesse zur Revanche gegen Bayern gestartet. Ein Ergebnis wie im Hinspiel (0:3) durften sich die Toskaner unter keinen Umständen mehr leisten. Entsprechend entschlossen drängte "La Viola" die Gäste zurück. Die erste gelungene Offensivaktion schloss Adrian Mutu in der 11. Minute volley zum 1:0 ab. Der Rumäne mit bewegter (Koks-)Vergangenheit lenkte eine Flanke Zauris am machtlosen Keeper Michael Rensing vorbei.
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Suboptimal war aus Sicht der Bayern das lange mangelhafte Defensivspiel im linken Couloir. Zé Roberto, der eine Position im Mittelfeldzentrum vorziehen würde, tat sich als Aussenverteidiger unerhört schwer. Und Franck Ribéry kümmerte sich zum Nachteil des Brasilianers auch nur um seine offensiven Pflichten. Zdravko Kuzmanovic, der Serbe mit Schweizer U21-Vergangenheit, manövrierte die Bayern mit seinem Speed auf ihrer "Problemseite" gleich mehrfach in heikle Situationen.
''Poldi'' blieb vieles schuldig
Nur einer der FCB-Abteilung liess sich nicht so einfach ausspielen: Torhüter Michael Rensing. Der Nachfolger von Titan Kahn bewahrte den deutschen Rekordchampion vor dem frühzeitigen Knock-out. Zweimal parierte er Abschlussversuche von Alberto Gilardino auf brillante Weise.
Wenn der "Wanderzirkus" Bayern auftritt, sind die Künstler nicht nur zwingend in der Manege tätig. Die Geschichten neben dem Rasen wirbeln bei den Münchnern oft mehr Staub auf als jene aus dem sportlichen Sektor. Vor dem Anpfiff musste sich die Führungscrew mehr zu Lukas Podolskis Box-Exkurs äussern als zur schwierigen Aufgabe in Florenz.
Die Diskussionen um den Kölner aus Leidenschaft werden nach dem blassen Auftritt in Florenz kaum abreissen. Podolski trat zu keinem Zeitpunkt der Partie aus dem Schatten des verletzten Stars Luca Toni. Als mildernden Umstand könnte der deutsche Nationalspieler indes ins Feld führen, auch kaum einen vernünftigen Pass erhalten zu haben. Borowskis 1:1 dürfte ihm so oder so zupass kommen.
Juninhos Freistoss
In Europa gibt es kaum einen gefährlicheren Freistossspezialisten als Juninho Pernambucano. Sekunden vor der Pause demonstrierte der 33-jährige Brasilianer seine Qualität erneut und verschaffte Lyon gegen Steaua den ersten Vorteil. Das 1:0 verspielte OL, das die französische Liga seit sieben Jahren ununterbrochen dominiert, nicht mehr. Im Gegenteil: Anthony Réveillère verwöhnte das Publikum spät noch mit dem 2:0.
Die Rumänen, die in ihrer jüngeren Vergangenheit fast im "Sion-Rhythmus" den Trainer auswechselten, spielen in der Champions League weiterhin nur eine Statistenrolle. Gleichwohl haben sie in der Theorie (und am letzten Spieltag) noch die Chance, Fiorentina im Direktduell vom dritten Platz zu verdrängen.