07.11.2009
Real gewinnt dramatisches Derby bei Atletico

Kaka lässt sich nach seinem Treffer feiern
Der FC Barcelona und Real Madrid marschieren in der Primera Division weiter vorneweg. Barca erfüllte mit einem Heimsieg gegen Mallorca die Pflicht, die Königlichen mussten bei einem packenden 3:2-Derbysieg bei Atletico Madrid wesentlich mehr zittern.
In Madrid wurde vor der Partie sowohl bei Atletico als auch bei Real gejammert, allerdings auf sehr unterschiedlichem Niveau. Atletico rangiert nach einem katastrophalen Saisonstart nur auf dem 18. Rang und ist auch in der Champions League noch sieglos. Mit Abel Resino wurde ein Trainer bereits entlassen, seither hat Quique Sanchez Flores an der Seitenlinie das Sagen.
Im Vergleich dazu sind Reals Probleme wahrlich gering, doch seit der Verletzung von Cristiano Ronaldo lief es bei den Königlichen einfach nicht mehr rund und schon geriet Trainer Manuel Pellegrini schnell in die Kritik. Im Stadtderby taten seine Mannen von Beginn an alles, um wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen.
Blitzstart der Königlichen
Schon nach fünf Minuten durften die Königlichen erstmals jubeln. Atleticos Cleber hatte den Ball gegen Lass Diarra verloren. Die Kugel landete bei Kaka und der hämmerte die Kugel aus 20 Metern unhaltbar für Keeper Asenjo in die Maschen. Die Zuschauer im Estadio Calderon bekamen eine intensiv geführte Partie geboten, in der Real beflügelt von der frühen Führung Vorteile besass.
Diarra, Pepe und erneut Kaka waren aus der Distanz zunächst nicht erfolgreich, aber in der 24. Minute lag die Kugel dann doch zum zweiten Mal im Netz. Benzema dribbelte in den 16er und legte ab zu Marcelo, der aus spitzem Winkel zum 2:0 traf.
Erst nach einer guten halben Stunde wurde Atletico etwas offensiver, mehr als ein Schuss ans Aussennetz von Diego Forlan (33.) sprang bei den Bemühungen jedoch nicht heraus. Die Pausenführung der Gäste war daher absolut verdient. Zur zweiten Hälfte kam bei Atletico der nicht hundertprozentig fitte Sergio Aguero in die Partie.
Vorentscheidung? Von wegen!
Real hatte das Geschehen jedoch unter Kontrolle, tat allerdings auch nicht mehr so viel für die Offensive wie in Halbzeit eins. Ein Kopfball von Benzema (50.) blieb lange Zeit die einzige gute Gelegenheit der Gäste. In der 65., Minute servierte Atletico-Verteidiger Perea dann den Königlichen den nächsten Treffer auf dem Silbertablett. Als letzter Mann suchte er das Dribbling gegen Higuain und verlor prompt den Ball. Higuain bedankte sich artig und vollendete zum 0:3. Es war die letzte Aktion des Argentiniers, der für Raul ausgewechselt wurde.
Die Partie schien gelaufen zu sein, doch dann sorgte Sekunden später eine einzige Szene wieder für Spannung. Reals Sergio Ramos brachte als letzter Mann Aguero zu Fall und sah die Rote Karte. Den folgenden Freistoss schoss Simao zwar noch knapp am Tor vorbei, doch die numerische Überlegenheit setzte bei Atletico noch einmal neue Kräfte frei.
Die Hausherren wurden druckvoller und suchten noch einmal ihre Chance. Einen Schuss von Cleber konnte Raul in der 70. Minute noch parieren. In der 79. Minute wurde Atletico für die Bemühungen belohnt.
Forlan schob nach Flanke von Ujfalusi zum 1:3 ein (79.). Nur zwei Minuten später erwachten die Atletico-Fans endgültig wieder. Cleber bediente Aguero und der tankte sich gegen Pepe durch machte mit einem Flachschuss das 2:3.
Real übersteht Abwehrschlacht
Real Madrid wackelte jetzt bedenklich und musste sich permanenter Angriffe erwehren. Simao drosch die Kugel volley über den Kasten von Casillas (85.), ehe der Ball tatsächlich im Netz der Königlichen lag. Der Referee wollte jedoch Ujfalusi im Abseits gesehen haben (86.).
In der 87. Minute verfehlte Forlan aus 19 Metern das Tor nur knapp und in der 90. Minute scheiterte auch noch Aguero aus kurzer Distanz an Casillas. Dann hatte es Real Madrid überstanden und durfte nach einem 3:2-Erfolg im Stadion des Stadtrivalen jubeln. Die Königlichen rangieren in der Tabelle damit weiterhin einen Punkt hinter Barcelona auf Rang zwei.
Barca kanns auch ohne Glanz
Nach enttäuschenden Unentschieden in der Liga und der Champions League hat der FC Barcelona in der Primera Division wieder einen Dreier eingefahren. Den Katalanen reichte eine mässige Leistung, um Real Mallorca mit 4:2 zu bezwingen.
Trainer Pep Guardiola war nach zwei Spielen ohne Sieg nicht sonderlich nervös und verzichtete in der Startelf auf Lionel Messi, Daniv Alves, Xavi und Andres Iniesta. Dennoch kam Barcelona schon in der elften Minute zum Führungstreffer. Zlatan Ibrahimovic bediente mit einem wunderschönen Hackentrick den Messi-Ersatz Pedro und der überwand Mallorcas Keeper Aqouate zum 1:0.
In den folgenden Minuten sah es so aus, als würden die Hausherren auch ohne ihre vier Stars den gewohnten Offensivzauber zelebrieren können. Henry verpasste nach 17 Minuten mit einem Schuss den zweiten Treffer.
Mallorca muckt auf
Doch dann wehrte sich Mallorca und nutzte die Lücken in der Defensive von Barca. Zunächst scheiterte Webo noch freistehend vor Torwart Victor Valdes (18.), doch eine Minute später fiel dann doch der Ausgleich. Jose Carlos Nunes wurde bei einer Ecke nicht entscheidend gestört und köpfte zum 1:1 ein.
Der Spielfluss bei Barcelona war dahin und Mallorca blieb weiter gefährlich. So verpasste Borja Valeros in der 33. Minute mit einer schönen Direktabnahme im Anschluss an eine Ecke die mögliche Führung für die Insulaner. Überraschend kam Barca aber noch vor der Pause mit einem Doppelschlag zurück.
Ein Doppelschlag vor der Pause
Zunächst landete eine Flanke von der rechten Seite wieder bei Pedro, der aus kurzer Distanz jedoch an Aqouate scheiterte. Der Keeper parierte auch noch die Nachschüsse von Henry und Keita, ehe der Ball abermals Pedro vor die Füsse fiel. Im vierten Anlauf konnte er dann Mallorcas Torwart überwinden (40.).
Und auch der nächste Angriff führte zum Erfolg. Ein Freistoss landete am langen Pfosten auf dem Kopf von Busquets, der legte in die Mitte zu Henry und der Franzose vollendete zum 3:1-Halbzeitstand.
Nach 51 Minuten durften die Fans sich dann über die Einwechslung von Messi freuen. Er ersetzte seinen starken Vertreter Pedro. Wirklich besser wurde das Spiel der Gastgeber aber nicht. Barca kontrollierte das Geschehen, ohne selbst grosse Akzente setzen zu können. Zlatan Ibrahimovic verfehlte das Tor mit einem Kopfball knapp (58.) und auch Messi vermochte aus dem Spiel heraus seine einzige gute Chance (85.) nicht zu nutzen.
Zu einem Treffer kam Messi aber trotzdem, denn nachdem Ibrahimovic im Strafraum zu Fall gebracht worden war (86.) verwandelte er den Strafstoss souverän zum 4:1. Den Schlusspunkt setzten in der letzten Minute dann aber die Gäste, als der eingewechselte Keita aus halblinker Position zum 2:4-Endstand traf.