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Christian Gross - Stolz der Schweizer Trainer
Fabian Vogt
Von Fabian Vogt
@sport.ch
 
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16 von 18 möglichen Punkten, von Rang 16 auf Platz 10 geklettert, der VFB Stuttgart ist das Team der Rückrunde und ihr Trainer der Mann der Stunde. Und der trägt einen in der Schweiz sehr bekannten Namen: Christian Gross.

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Was war mit den Stuttgartern los?

Dass der VFB Stuttgart Potential hat, wurde ihm schon vor der Saison attestiert. Mario Gomez wurde zwar für eine Stange Geld an Bayern verkauft, doch Transfers wie die von Alexandr Hleb oder Pavel Pogrebnjak schienen clever genug, um diesen Abgang qualitativ aufzufangen und den Kader quantiativ sogar noch zu verbessern. Im Schwabenland schielte man offensiv auf einen Champions-League Platz.

Doch das jähe Erwachen kam schnell, unter Markus Babbel konnte das Team nie die Klasse zeigen, die von ihm erwartet wurde. Stuttgart geriet sogar in arge Abstiegsnöte, lag zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde auf dem Relegationsplatz. Der weitere Verlauf ist bekannt: Markus Babbel wurde entlassen und durch Christian Gross ersetzt, den erfolgreichsten Schweizer Trainer aller Zeiten.

Gross kann was

Und der Zürcher hat bereits angefangen, sich auch in Deutschland einen Ruf aufzubauen. Den des Erfolgscoaches nämlich. Doch nun zu schreiben, dass Markus Babbel einfach kein guter Trainer war und der Vorstand der Stuttgarter halt doch keinen Trainer ohne A-Lizenz hätte einstellen sollen, wäre schlichtweg falsch. Denn Gross hat kaum Umstellungen in der Mannschaft vorgenommen und hat Erfolg, wo Babbel gescheitert ist. Da liegt es viel näher, die Spieler zu hinterfragen und sich zu wundern, was die in der ersten Saisonhälfte auf dem Feld eigentlich getrieben haben.

Fakt ist aber dennoch, dass die „berühmteste Glatze der Schweiz" es geschafft hat, den Kampfgeist der Spieler wieder zu entfachen. Und zudem hat er bisher auch das richtige Händchen oder das nötige Quäntchen Glück gehabt, ein Spiel zu lesen und entsprechend zu reagieren. Wie der „kicker" aufzeigt, war Siegtorschütze Hilbert am Samstag gegen Nürnberg (1:2) schon der vierte Spieler, der im sechsten Ligaspiel unter Gross als eingewechselter Akteur trifft. Also wohl doch eher Fussballkompetenz als Glück.

Keine Angst vor grossen Ligen

Christian Gross scheint in der Bundesliga nicht nur bereits angekommen, sondern auch auf bestem Weg zu sein, sein bisher einziges Auslandsmandat als Trainer vergessen zu machen. Im November 1997 übernahm er die Tottenham Hotspurs, damals 18. In der Premierleague. Obwohl er die Spurs mit nur einer Niederlage in den letzten neun Spielen retten konnte, wurde er kurz nach Beginn der kommenden Saison entlassen. So was passt nicht in die Vita des Erfolgstrainers.

Dort auch nicht ganz rein passt eine Aussage, die Valentin Stocker vor kurzem getätigt hat: „Christian Gross hat mich angerufen und gefragt, ob ich zum VfB komme, aber ich habe abgelehnt". Denn bei seinem Amtsantritt hatte der 56-Jährige gemeint: „Man holt ja meistens Spieler, die man schon gecoacht hat und kennt. Ich bin der Ansicht, dass die Spieler auch ohne mich weiterkommen müssen." Ob Gross auch bei anderen FCB Spielern vergessen hat, diese Aussage getätigt zu haben, wollte FCB Sprecher Josef Zindel nicht kommentieren.

Mr. Unbezwingbar

Nichtsdestotrotz hat sich der ehemalige Spieler des VfL Bochum in kürzester Zeit viele Sympathien in Deutschland geholt. „Mr. Unbezwingbar", wird er in den Medien der Bundesrepublik schon genannt. Als Schweizer dauert es bekanntlich oftmals länger, sich dort durchzusetzen, umso höher sind solche Meldungen einzustufen. Der Angesprochene selbst bleibt aber gelassen: „Unser Ziel ist nach wie vor der Klasseerhalt." Sachlich und überlegt. So hatte Gross bisher bei allen Stationen erfolgt. In Stuttgart hofft man, dass dies auch weiterhin so bleibt.

Von Fabian Vogt

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