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Hoffenheims Manager platzt der Kragen
Hoffenheims Manager platzt der Kragen
Demba Ba muss sich Vorwürfe gefallen lassen

In Hoffenheim rumort es nach der 0:1-Niederlage gegen Mainz gewaltig. Nach der kümmerlichen Leistung nahm sich Manager Jan Schindelmeiser seine Versager zur Brust.

Das folgende Heimspiel gegen Werder Bremen am kommenden Sonntag rief der ansonsten stets sachlich analysierende Schindelmeiser zum "Charaktertest" aus und meinte mit angesäuerter Miene. "Es fällt mir schwer, die Mannschaft nach einer Leistung wie heute zu schützen. So etwas wollen wir hier nicht mehr sehen."

Einsatz, Leidenschaft, Wille haben gefehlt

Alles habe ihm gegen die "durchschnittlichen" Mainzer gefehlt. "Einsatz, Leidenschaft, Wille." Und weiter: "Mit so einer Leistung werden wir in den kommenden Wochen nicht mehr viel holen." Der neuerliche Rückschlag traf die Verantwortlichen im Kraichgau bis ins Mark.

Nach einer durchwachsenen Saison, die auch mit viel Verletzungspech zu erklären ist, wähnten sich die Hoffenheimer nach dem Auswärtssieg in Berlin wieder auf Kurs. "Wir hatten die Chance, in den beiden Heimspielen gegen Mainz und Bremen den Sprung nach oben zu schaffen", meinte Schindelmeiser.

Doch nach dem leidenschaftslosen Auftritt gegen Mainz ist das Überraschungsteam der Vorsaison endgültig im grauen Mittelmass der Tabelle angekommen. "Ich bin sehr gespannt, wie die Spieler darauf gegen Bremen reagieren", sagte Schindelmeiser. Zwar will der 46-Jährige "jetzt nicht alles infrage stellen".

Doch zusammen mit dem derzeit auch ein wenig ratlos wirkenden Trainer Ralf Rangnick und Mäzen Dietmar Hopp wird Schindelmeiser in den kommenden Wochen ganz genau hinschauen und dann entscheiden, wer im einstigen Hoffenheimer Paradies noch eine Zukunft hat.

Schelte für Demba Ba

Den Zorn der Verantwortlichen zog sich erneut ganz besonders Demba Ba zu. "Es kann nicht sein, dass wir Demba gerade wieder in eine Verfassung gebracht haben, in der er uns hilft, und dann kommt er vom nächsten Länderspiel wieder mit einer Verletzung zurück", grantelte Rangnick.

Und Schindelmeiser fügte hinzu. "Da muss ein Spieler auch mal sagen, ich verzichte auf die Nationalmannschaft und bleibe da, wo ich bezahlt werde." Dass ausgerechnet Ex-Nationalspieler Tobias Weis bei seinem ersten Startelfeinsatz nach viermonatiger Verletzungspause noch einer der besten Hoffenheimer war, offenbarte das Niveau der Vorstellung seiner Kollegen. "Das sagt alles", schimpfte Rangnick. "Es wird zunehmend schwer, diese Saison jetzt noch erfolgreich zu gestalten."

Hopp ratlos

Ratlos und enttäuscht  vom derzeitigen Auftreten hat sich auch Mäzen Dietmar Hopp gezeigt. "Es ist für mich schwer nachvollziehbar, dass man so wenig Einsatz zeigen kann. Ich habe keine Erklärung für den Zustand der Mannschaft", sagte der Milliardär in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung. Bei der Niederlage habe sich das Team "weit unter Mittelmass" präsentiert.

Der SAP-Mitgründer verteidigte die Rahmenbedingungen, unter denen die Spieler im neuen Leistungszentrum in Zuzenhausen arbeiten können. "Aber dafür muss man auch Leistung verlangen können", betonte Hopp. "Wir zahlen auch nicht schlecht. Mit den neuen Verträgen liegen die Gehälter der Spieler über dem Durchschnitt."

Angesichts des rapiden Leistungsabfalls der Nordbadener wie auch in der vergangenen Saison in der Rückrunde meinte er: "Ich kann nur an die Mannschaft appellieren, sich nicht hängen zu lassen. Allein schon um die Chancen unserer WM-Kandidaten wie zum Beispiel Andy Beck nicht zu mindern. Und natürlich auch, um unsere Fans und Sponsoren nicht weiter zu vergraulen."

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