28.07.2010
YB: Die grösste Hypothek ist Bilbao
Es geschah in der dritten Qualifikationsrunde für die Europa League im vergangenen Jahr. YB verpasste gegen Athletic Bilbao den Überraschungscoup hauchdünn und schied aufgrund der Auswärtstorregel aus dem Wettbewerb aus. Entsprechend gross war die Enttäuschung seitens der Berner, welche vor allem den Schiedsrichter dazu benutzten, ihrem Unmut Luft zu verschaffen.
Mit verheerenden Folgen: Torhüter Marco Wölfli und Trainer Vladimir Petkovic wurden aufgrund ihrer Äusserungen gegenüber dem Referee für ein Spiel gesperrt. Diese Sperre müssen sie nun beim Knaller gegen Fenerbahçe absitzen.
Automatismen fehlen noch
Ein nicht zu unterschätzendes Handicap, denn gerade die ersten beiden Meisterschaftsspiele zeigten auf, dass bei YB die vielen Rädchen noch nicht ineinandergreifen. Die Automatismen fehlen noch, was angesichts der vielen Neuzugänge nicht verwunderlich ist.
Doch mit Vladimir Petkovic an der Seitenlinie und Marco Wölfli im Tor fehlen die beiden wichtigsten Organisatoren. Gerade die Abwehr war alles andere als sattelfest. Ob Jungspund Roman Bürki (19) in der Lage ist, die Verteidigung so zu dirigieren wie die etatmässige Nummer 1, darf bezweifelt werden. Ausserdem dürfte die Kulisse gegen den türkischen Spitzenklub ebenfalls Eindruck schinden beim Nachwuchstorhüter, YB erwartet bis zu 25'000 Zuschauer.
Petkovic: "Habe vollstes Vertrauen"
An der Seitenlinie wird YB-Assistenztrainer Piserchia stehen. Petkovic meinte an der Pressekonferenz: "Ich habe vollstes Vertrauen in ihn." Bezüglich eines Resultates äusserte der Coach keine Präferenzen: "Wir sind mit jedem Erfolg zufrieden", so der Trainer. "Es wäre von Vorteil, kein Tor zu bekommen. Dann muss der Gegner im Rückspiel offener nach vorne spielen."
Man darf gespannt sein, wie YB mit der "Bilbao"-Hypothek umgehen wird. Eines ist klar: Der Grundstein für ein Weiterkommen muss im Heimspiel gelegt werden. Denn im Hexenkessel Şükrü-Saracoğlu in Istanbul wird es für die Berner noch schwieriger werden. (Si/dab)