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Hopp Schwiiz beim FC Thun
Peter Schneiter
Von Peter Schneiter
@sport.ch
 
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Der FC Thun ist furios in die Meisterschaft gestartet. Gegen Titelaspirant YB gab es ein Unentschieden und gegen Xamax reichte es nach 0:2-Rückstand gar noch zum Sieg. Die Berner Oberländer setzen bei ihrem Unterfangen Klassenerhalt auf viel Schweizer Qualität.

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Blickt man auf die Kader der Super-League-Mannschaften, fällt auf, dass der FC Thun die mit Abstand wenigsten Ausländer beschäftigt. Gerade mal sechs Spieler ohne Schweizer Pass sind im Team der Berner Oberländer. Demgegenüber stehen 18 Schweizer. Zum Vergleich: Bei Neuchâtel Xamax, dem Gegner des vergangenen Wochenendes, ist das Verhältnis praktisch umgekehrt: 17 Ausländer und nur sieben Schweizer sind im Kader, das ist Rekord. Im Schnitt spielen hierzulande 11 Ausländer pro Mannschaft.

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9 von 11 sind Schweizer

Am ersten Spieltag waren bei den Thunern nur zwei von elf Startern Ausländer, am zweiten waren es deren drei. Der Deutsche Nick Proschwitz und der Argentinier Oscar Scarione sind allerdings wichtige (ausländische) Stützen. Gerade Proschwitz könnte sich noch als sehr erfolgreicher Transfer von Sportchef Andres Gerber entpuppen: Der Deutsche kickte letztes Jahr noch für den FC Vaduz und wurde mit 29 Treffern Torschützenkönig der Challenge League. In den ersten beiden Spielen in der Super League traft er je einmal.

Insgesamt dominieren aber die Farben rot-weiss bei Thun in jeder Hinsicht. Der Schweizer Kurs von Trainer Murat Yakin und der sportlichen Führung des FC Thun kommt nicht von ungefähr. Vor der Saison liess Gerber verlauten, dass er eine Vorliebe für heimische Spieler hat. Es sei einfacher mit diesen zu arbeiten, weil sie die hiesigen Verhältnisse kennen würden. Und natürlich gäbe es da auch das wirtschaftliche Argument: Schweizer Spieler seien in der Regel billiger als Ausländer. Geld ist beim FC Thun trotz ruhmreicher Champions-League-Vergangenheit sicher nicht im Übermass vorhanden.

Identifikation der Fans ist elementar

Einen weiteren Vorteil der auferlegten ''Swissness'' sieht Gerber darin, dass sich  die Fans und das Umfeld stärker mit dem Klub identifizieren, wenn sie die Spieler schon länger aus dem eigenen Land und der Region kennen. Gerade beim FC Thun ist dies besonders wichtig, weil der Klub auf ein wohl gesinntes Umfeld angewiesen ist, wie man zuletzt bei der Stadiondebatte feststellen konnte. Auch die Sponsoren stammen zu einem grossen Teil aus der Region.

Talente aus dem Nachwuchs

Thun setzt viel daran junge Talente selber auszubilden und sie mittelfristig in die erste Mannschaft zu integrieren. Dahinter stecken nicht bloss leere Worte: Alleine auf diese Saison hin wurden gleich vier ehemalige Junioren ins Fanionteam befördert: Ervin Gashi, Remo Burri, Mirson Volina und Steven Rüegg. Die Berner Oberländer stehen in dieser Hinsicht anderen Vereinen wie GC in nichts nach, der Jugend-Stil ist aber nicht nur freiwillig gewählt: Wenn ein Klub finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, gibt es keine andere Möglichkeit als junge (und billige) Spieler zu engagieren. Bitter für diese Teams: Die Toptalente und wahren Juwelen werden in der Regel schnell von grösseren Vereinen weggelockt. So geschehen in der Sommerpause im Fall von Stjepan Kukuruzovic (zum FC Zürich).

Der Jugend-Stil und seine Risiken

Das verstärkte Setzen auf junge und unerfahrene Spieler birgt auch Gefahren: Ein gewisses Gefälle innerhalb der Mannschaft ist nicht abzustreiten und Ausfälle von Stammspieler sind nur schwierig zu kompensieren. Thun hat nicht auf jeder Position einen (fast) gleichwertigen Ersatz, wie das bei Topvereinen wie Basel oder YB der Fall ist. Bei jüngeren Spieler stehen meist auch Fragezeichen hinter der mentalen Verfassung. Wenn für den Verein alles gut läuft, ergeben sich kaum Probleme, wenn aber Unruhe z.B. in Form von Abstiegsgefahr entsteht, müssen die Jungen umso stärker geführt werden.

Im Moment fälllt dies noch nicht allzu stark ins Gewicht. Der Auftakt in die neue Saison ist Thun ideal gelungen und die Verletztenliste ist kurz. Murat Yakin kann im Moment beinahe auf seine komplette Wunschformation zurückgreifen. Das ändert nichts daran, dass auch beim nächsten Ernstkampf, der pünktlich zum 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, durchgeführt wird, bei Thun wieder viele Einheimische auflaufen werden.

Von Peter Schneiter

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