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Kaymer gewinnt im Stechen
Kaymer gewinnt im Stechen
Martin Kaymer feierte den dritten Sieg auf der European Tour

Besser hätte Martin Kaymer nach seinem frühen Aus in München nicht zurückkommen können: Der Deutsche hat bei der Open de France im "Sudden Death" die Nerven bewahrt und seinen insgesamt dritten Sieg auf der Europa-Tour gefeiert.

Im Stechen am ersten Extra-Loch setzte sich der 24-Jährige gegen den Engländer Lee Westwood durch. Nach vier Runden auf dem Par-71-Kurs im Le Golf National hatten beide mit je 271 Schlägen gleichauf gelegen.

Westwood schlug seinen Ball am letzten Loch ins Wasser. Kaymer beendete mit einem Par das Finale. Der Lohn: 666.660 Euro. Auf Rang drei kam der englische Ryder Cup-Spieler Ian Poulter (274). "Martins Ball ging ganz knapp über das Wasser, meiner fiel halt rein", sagte der kaum enttäuschte Westwood nach dem verpassten Sieg.

"Das ist ein ganz spezieller Moment für mich", sagte Kaymer im Anschluss im Clubhaus. "Ich hatte schon einige gute Chancen, habe es aber immer nicht geschafft. Nun hat es geklappt und es fühlt sich gut an."

Zittern bis zum letzten Loch

Zum Auftakt in Paris hatte Kaymer den Platzrekord auf 62 Schläge verbessert und damit die Führung übernommen. Aber er konnte - auch von einer Blase am Fuss behindert - mit einer 72er- und 69er- sowie der 68er Abschlussrunde das Niveau nicht ganz halten. "Ich musste mir den Schuh aufschneiden lassen, weil die Schmerzen zu gross geworden waren", meinte Kaymer. Vor allem machte aber die hohe Anzahl der Putts ein besseres Ergebnis von Kaymer zunichte.

"Ich habe mir den ersten Saisonsieg so sehr gewünscht. Es ist in diesem Jahr einiges noch nicht so gut gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe", sagte der Shootingstar. 2008 in Abu Dhabi und als erster Deutscher überhaupt hatte er im selben Jahr die BMW International Open gewonnen und sich innerhalb von drei Jahren bis in die Weltspitze katapultiert. Vor einer Woche war er dann als Titelverteidiger in München Eichenried am Cut gescheitert.

Gefrustet reiste er damals vorzeitig ab. Aber die verlängerte Denk- und Ruhepause hat offensichtlich gefruchtet. Im Winter verbrachte er mit Sondertraining im kurzen Spiel in seiner Wahlheimat Arizona Stunden, um diese Schwäche auszumerzen. Fast hätte ihm das Dilemma auch auf den Grüns von Versailles noch das Stechen gekostet. Am 16. und 17. Grün liess er beste Chancen zum Birdie und Sieg aus drei Metern aus. Am letzten Loch zitterte er den Ball zum Par rein, um mit Westwood ins Stechen zu gehen. Die Trainingsform hat sich also ausgezahlt.

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