Andreas Rudolph: Sportliche Situation als Rücktrittsgrund?
Dem HSV Hamburg drohen schwere Zeiten - Präsident und Mäzen Andreas Rudolph denkt nach Medienberichten über seinen Rücktritt nach: "Ich überlege ernsthaft, ob ich zurücktrete. Dann könnten sich die sportliche Führung, die Geschäftsstelle und das Team alleine der Verantwortung stellen und sich nicht mehr hinter mir verstecken", sagte der 53 Jahre alte Unternehmer, der bislang 15 Millionen Euro in den HSV investiert hatte.
Grund für Rudolphs Rückzugs-Absichten ist die sportliche Situation des Bundesligisten. Der Dritte der vergangenen Saison nimmt in dieser Spielzeit nach vier Niederlagen in elf Partien nur Platz zehn ein. Rudolph, der den Verein seit knapp vier Jahren führt, hatte ursprünglich den Titelgewinn als Saisonziel ausgegeben.
In der Champions League sorgt die Mannschaft dagegen für Furore. Kurz vor Abschluss der Vorrunde hat der HSV als ungeschlagener Tabellenführer in seiner Gruppe bereits die Hauptrunde erreicht.
Verein weiss von nichts
Bei einer Präsidiumssitzung will Rudolph seine Entscheidung verkünden. Der HSV-Geschäftsstelle sind die Rücktrittsabsichten ihres Präsidenten bislang nicht bekannt. "Wir sind darüber nicht informiert und kennen seine Aussagen nur aus der Zeitung", sagte eine Vereinssprecherin.
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"Mir fehlt die nötigte Ernsthaftigkeit bei allen Mitarbeitern, inklusive denen der Geschäftsstelle. Was fehlt: Sie können nicht beissen", wurde Rudolph in der BILD zitiert. Rudolph, der sich zur Zeit in den USA aufhält, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Geschäftsführer zeigt Verständnis
Geschäftsführer Peter Krebs kann den Unmut des Präsidenten verstehen. "Im Moment ist eine gehörige Portion Frust im Spiel. Andreas Rudolph hat viel Geld in den Verein gesteckt und hat hohe Erwartungen. Und jetzt findet er uns in der Tabelle auf Platz zehn wieder", sagte Krebs und erinnerte daran, dass Rudolph Anfang des Jahres in seinem Amt bis 2011 bestätigt worden war.
"Ich habe ihn als einen Mann kennengelernt, der zu seinem Wort steht", sagte Krebs. Zahlreiche Verträge mit Spielern sind zudem mit dem Präsidenten ausgehandelt worden. Krebs: "Ich hoffe, dass sich die Stimmung bis Mittwoch beruhigt. Schliesslich kann nicht alles verkehrt sein, wenn es bei uns in anderen Wettbewerben wie Champions League und DHB-Pokal funktioniert."