Dominique Aegerter (18) und Randy Krummenacher (18) erhielten am Rande des letzten Saison-GP in Valencia frohe Kunde. Die beiden Schweizer erhalten für die kommende 125-ccm-Saison jeweils ein Werk-Motorrad zur Verfügung gestellt.
In der 250er-Klasse wird neben Tom Lüthi, der 2009 seine dritte Saison auf einer Werk-Aprilia bestreitet, ein zweiter Schweizer an den Start gehen. Der bisherige 125er-Fahrer Bastien Chesaux (16) wechselt zum Racing Team Germany und erhält dort eine (Standard-)Honda.
Krummenacher fährt künftig im Team des Holländers Ari Molenaar und mit einer Aprilia RSA. Aegerter -- wohl mit einer Derbi RSA -- verbleibt im Team des Finnen Aki Ajo. Den verschiedenen Markenbezeichnungen zum Trotz handelt es sich allerdings um die exakt gleiche Maschine. Aprilia wie Derbi (und Gilera) gehören zur italienischen Piaggio-Gruppe.
Die letzten drei Saisons fuhr Krummenacher für KTM. Zuletzt allerdings war der 18-jährige Zürcher Oberländer aus Grüt mit dem österreichischen Motorradhersteller gar nicht mehr glücklich. Zu viele Defekte, Nachlässigkeiten und Missverständnisse hatten dazu geführt, dass Krummenacher sich heuer nur einmal in den ersten zehn klassieren konnte (10. Platz in Le Mans) und er nur WM-25. wurde.
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1 Mio. Franken Kosten
"Randy wird 2009 das bestmögliche Material zur Verfügung haben. Nun liegt es nur noch an ihm", sagte Krummenachers Manager Robert Siegrist. Über die SIGI Sport Management AG, die er zusammen mit Marco Rodrigo führt, finanziert der Zürcher Rechtsanwalt Krummenachers Saison. "Mit allem Drum und Dran summieren sich die Kosten auf knapp über eine Million Franken", so Siegrist.
Als Krummenachers Bestresultat sticht nach wie vor der 3. Platz im Juni 2007 im GP von Katalonien heraus. "Mein Ziel ist es, wieder zur Spitze aufzuschliessen. Ich bin extrem motiviert", sagte Krummenacher. Noch im November erhält er die Gelegenheit, sich an die (diesjährige) Aprilia zu gewöhnen. Krummenacher bestreitet in Valencia und Jerez zwei Rennen der spanischen Meisterschaft.
Zweiter Fahrer neben Krummenacher ist der junge Brite Danny Webb. Der 17-Jährige aus Kent war heuer mit einer Standard-Aprilia mehrmals nahe an einem Podestplatz, war aber insgesamt zu inkonstant und sturzanfällig. Nächstes Jahr fährt Webb wie Krummenacher eine Werkmaschine. Cheftechniker ist mit Hans Spaan ein ehemaliger Spitzenfahrer. Der 50-jährige Holländer war zweimal WM-Zweiter in der 125-ccm-Klasse (1989, 1990) und gewann insgesamt neun Grands Prix.
Aegerters Belohnung
Für seine oft starken Leistungen wurde Dominique Aegerter belohnt. Der WM-16. wird in seiner dritten kompletten 125er-Saison erstmals mit Top-Material antreten. "Es war ein logischer und sehr teurer Schritt. Ich setze Dominique keine Ziele. Ich bin aber überzeugt, dass er uns wie schon in den letzten zwei Saisons positiv überraschen wird", sagte Olivier Métraux. Der Westschweizer Geschäftsmann (und Multimillionär) unterstützt Aegerter seit dessen GP-Debüt im Herbst 2006.
Anstelle des französischen Weltmeisters Mike Di Meglio erhält Aegerter für nächstes Jahr einen neuen Teamkollegen. Mit Sandro Cortese ist es aus Schweizer Sicht ein alter Bekannter. Der 18-jährige Deutsche war in den letzten drei Saisons neben Tom Lüthi zweiter Fahrer im Emmi Caffè Latte Team.
Chesaux: Wechsel zu 250ern
Mit Bastien Chesaux verbleibt auch der vierte WM-Fahrer aus der Schweiz im GP-Zirkus. Der nächste Woche 17 Jahre alt werdende Waadtländer wechselt in die 250-ccm-Klasse. Im Racing Team Germany wird Chesaux zweiter Fahrer neben dem Deutschen Toni Wirsing. In der Achtelliterklasse kam Chesaux nie in die Nähe der Punkteränge. Auch bei den 250ern droht ihm ähnliches, ist doch Honda im Vergleich mit Aprilia deutlich unterlegen.