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Rossi: ''Auch der neunte WM-Titel ist grossartig''
Rossi: ''Auch der neunte WM-Titel ist grossartig''
Valentino Rossi feiert Titel Nummer 9

Valentino Rossi ist und bleibt der Champion in der Strassen-WM! Mit einem taktisch geschickten Rennen sicherte sich der italienische Superstar in Malaysia bereits vor dem letzten Saisonrennen in Valencia seinen neunten WM-Titel, den bereits siebten in der Königsklasse.

Rossi liess sich in Sepang auf einer seiner bevorzugten Rennstrecke die Butter erwartungsgemäss nicht mehr vom Brot nehmen. Der 30-Jährige aus Tavullia in der mittelitalienischen Region Marche startete von der Pole-Position aus extrem vorsichtig und fiel im malayischen Regen bis auf den 10. Platz zurück. Doch am Schluss hatte sich Rossi, der sich auch die schnellste Runde notieren liess, wieder bis auf den 3. Platz nach vorne gekämpft. Da Jorge Lorenzo, sein letzter verbliebener Konkurrent im Titelkampf, nicht über den 4. Rang hinauskam, hätte Rossi letztlich auch ein 15. Platz für die Titelverteidigung ausgereicht.

"Mein Team und ich sind wieder auf dem Top. Nun können wir uns entspannen und diese bedeutende Leistung geniessen. Auch der neunte WM-Titel ist grossartig - ich bin ganz einfach happy", so Valentino Rossi. Er habe bis zuletzt versucht, ihn zu schlagen, gab Lorenzo zu Protokoll. "Aber Valentino war in diesem Jahr in vielen Rennen schneller als ich. Dazu fuhr er auch konstanter und cleverer. Er ist die verdiente Nummer eins! "

Rossi reichte die Blumen umgehend an seinen (von ihm wenig geliebten) Kollegen im Yamaha-Werkteam zurück: "Diese Weltmeisterschaft zu gewinnen war schwieriger als im letzten Jahr. Insbesondere Jorge war ein starker Rivale, der mich bis zuletzt forderte und mit dem ich einige grossartige Duelle ausfocht."

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Rossi konstanter als Konkurrenz

Valentino Rossi war in diesem Jahr einmal mehr ein Muster an Konstanz und das auf höchstem Niveau. "Il Dottore" gewann 6 der 16 Saisonrennen (in Jerez, Montmelo, Assen, auf dem Sachsenring, in Brünn und Misano) und stand insgesamt zwölfmal auf dem Podest. Einzig in Le Mans (nur 16. Platz nach misslungenem Reifen-Poker) und Indianapolis (Sturz) setzte es Nuller ab.

Der acht Jahre jüngere Lorenzo fuhr zwar viel konstanter als noch in seiner MotoGP-Debütsaison 2007, aber zwischendurch immer noch zu ungestüm. So schied der Mallorquiner gleich viermal aus. In den anderen elf Grands Prix vor Sepang klassierte er sich aber immer in den ersten drei (vier Saisonsiege).

Agostinis Rekordmarken locken

Mit seinem siebten Triumph in der Königsklasse -- nach 2001 (500 ccm), 2002/03/04/05 (MotoGP/990 ccm) sowie 2008/09 (MotoGP/800 ccm) -- fehlt Rossi nur noch ein Titel, um die Rekordmarke von Giacomo Agostini zu egalisieren. Dieser gewann zwischen von 1966 bis 1975 in der damaligen 500-ccm-Kategorie acht WM-Titel (15 inklusive der 350-ccm-Klasse).

Ob Rossi, der sich persönlich noch drei, vier weitere Jahre auf höchstem Niveau zutraut, eine andere Bestleistung seines legendären Landsmanns erreicht, ist nach wie vor offen. In 14 Saisons seit seinem GP-Debüt im Frühling 1996 hat er in jedem Jahr mindestens einmal und total 103-mal gewonnen. Agostini beendete seine Karriere 1977 als 35-Jähriger mit 122 GP-Triumphen.

Vierter Saisonsieg von Stoner

Zur Nebensache verkam in Malaysia der 27. GP-Sieg, der vierte in dieser Saison, von Casey Stoner (Ducati). Der Australier setzte sich schon in der ersten Runde von den Verfolgern ab und besass schnell einmal mehr als zehn Sekunden Vorsprung. Letztlich distanzierte Stoner den zweitklassierten Spanier Dani Pedrosa um fast 15 Sekunden.

Wolkenbruch über Sepang

In der einstündigen Pause zwischen dem 250-ccm- und MotoGP-Rennen hatte sich über dem Circuit in Sepang ein heftiges Gewitter entladen. Als das Rennen mit einer halben Stunde Verspätung endlich gestartet werden konnte, blieb Jorge Lorenzos Platz in der ersten Startreihe leer. Der Spanier hatte wegen eines mechanischen Problems aufs Ersatzmotorrad wechseln müssen und sich danach nicht mehr rechtzeitig auf die Strecke begeben. Als Strafe musste Lorenzo ganz am Ende des Feldes starten.

Obwohl Rossi von der Pole-Position startete, fand er sich nach wenigen Kurven schon hinter Lorenzo wieder, der am Anfang mehr Risiko einging und nach der ersten Runde schon als Achter auftauchte. Rossi allerdings behielt seinen Teamkollegen jederzeit unter Kontrolle. Als der alte und neue Weltmeister nach einem Drittel der Renndistanz im schwächer werdenden Regen den Gashahn aufdrehte, vermochte ihm Lorenzo nicht mehr zu folgen.

von Valentin Oetterli (Si)

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