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Schweizer A1-Team endlich mit eigenem Auto
Schweizer A1-Team endlich mit eigenem Auto
Neel Jani hat 29 Punkte Vorsprung

Im Schweizer A1-Team ist nach dem nicht besonders gut geglückten Saisonauftakt in Zandvoort Zuversicht eingekehrt. Der kurzfristig anberaumte Test mit dem brandneuen Auto in Silverstone verlief am 27. Oktober zu aller Zufriedenheit. Neel Jani darf damit rechnen, in den bevorstehenden Rennen in Chengdu (China) an die Erfolge der vergangenen Saison anknüpfen zu können.

Weil die Fertigung der neuen Chassis in Verzug geraten war, musste das Schweizer Team um den Start in Holland lange Zeit bangen. Schliesslich übernahm Neel Jani das pakistanische Auto. Der gross gewachsene Adam Khan hatte sich darin unwohl gefühlt und aus Sicherheitsgründen auf den Einsatz verzichtet. Mit dem 5. Platz im Sprint und dem frühen Ausfall im Hauptrennen wegen eines Problems mit der Getriebe-Elektronik blieb die Ausbeute des Titelverteidigers Schweiz allerdings bescheiden. Am Wochenende verfügen die Schweizer nun über ihr "eigenes" Fahrzeug.

Die A1GP-Serie macht erstmals in Chendgu Station. Die fünftgrösste Stadt Chinas liegt in der Provinz Sichuan im Südwesten des Landes. Die 16 km ausserhalb der City befindliche Strecke misst 3,367 km, wird im Uhrzeigersinn befahren und umfasst 13 Kurven. Neel Jani war schon am Sonntag nach China geflogen und ist guter Dinge: "Nach der erfolgreichen Jungfernfahrt in Silverstone spricht eigentlich nichts gegen starke Auftritte in Chengdu. Wie fast alle andern Fahrer bin ich zum ersten Mal hier. Die Strecke ist stellenweise recht eng für unsere schnellen Autos und dem Vernehmen nach ein bisschen holperig. Ich übernehme aber gerne heikle Aufgaben und bin überzeugt, dass wir unser Punktekonto ordentlich aufstocken können, bevor wir zwei Wochen später auf meinem Lieblingskurs in Sepang antreten."

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Als Schweizer Rookie kommt wie schon dreimal in der vergangenen Saison Alexandre Imperatori zum Zug. Dem 21- jährigen Freiburger obliegt es, am Freitag Vormittag die Bremsen einzufahren und erste Abstimmungsarbeiten zu erledigen. Der Schweizer Teamchef Max Welti hält viel von Imperatori: "Alexandre hat im vergangenen Winter einen guten Job gemacht. Er kennt als Asien-Spezialist die Strecke in Chengdu und wird uns wertvolle Hinweise geben können." Imperatori fährt seit 2004 mit Erfolg um asiatische Meisterschaften. Nach vier Jahren in der Formel Renault mit einem Titel und einem 2. Rang beendete er das Formel-3-Championat 2008 als Gesamtzweiter.

In Chengdu trifft Neel Jani auf zwei alte Bekannte aus der Formel-1-Szene. Holland tritt mit dem elfmaligen Grand- Prix-Teilnehmer Robert Doornbos an, der 2006 in einem Red Bull unterwegs war, als der Schweizer im Schwesterteam Toro Rosso als Testfahrer fungierte. In gleicher Funktion war in jener Saison der Inder Narain Karthikeyan bei Williams tätig. Ein Jahr zuvor hatte er 19 GP-Einsätze für Jordan hinter sich gebracht.

In China sind auch zwei Nachkommen prominenter Formel-1-Fahrer am Start. Im Team der USA debütiert der 21-jährige Marco Andretti. Dessen Vater Michael fuhr 1993 für McLaren, der Grossvater Mario zwischen 1968 und 1982 u.a. für Ferrari, Lotus (Weltmeister 1978) und Alfa Romeo. Frankreich hat Nicolas Prost, den 27-jährigen Sohn des vierfachen Weltmeisters Alain Prost, nominiert.

Am 12. Mai dieses Jahres wurde Sichuan von einem schweren Erdbeben (Stärke 7,9 auf der Richterskala) heimgesucht. Das Epizentrum lag 75 km nordwestlich der Provinzhauptstadt Chengdu. Mehr als 70´000 Tote und fast 6 Millionen Obdachlose waren die verheerenden Folgen. Das A1-Management und die lokalen Organisatoren haben beschlossen, den Ertrag aus der Veranstaltung einer Stiftung zu Gunsten der Opfer zukommen zu lassen.

 
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