Der Radsport-Weltverband UCI lässt derzeit die Daten der Gesundheitspässe von rund 800 Fahrern prüfen. Noch in diesem Monat könnten erstmals Sanktionen aufgrund verdächtiger Profile und ohne positive Tests ausgesprochen werden.
Anfangs Saison 2008 mussten sich alle Fahrer der ProTour-Teams für den neu eingeführten Gesundheitspass verpflichten. Jedes einzelne Resultat der durchschnittlich acht Dopingtests pro Profi wurde genau dokumentiert. Einzelne Pässe sind zu hundertseitigen Dossiers angewachsen.
Eine Zahl der verdächtigen Fahrern, bei denen anormale Werte im Vergleich zu früheren Parametern festgestellt wurden, will die UCI nicht nennen. Sie macht jedoch kein Geheimnis daraus, dass es solche gibt. "Für uns ist es wichtig, dass die ersten Fälle solide abgehandelt werden", erklärte Anne Gripper, die Leiterin der Anti-Doping-Kommission der UCI. "Das kann viel Zeit und Umsicht verlangen, weil die Ergebnisse einer wissenschaftlichen und rechtlichen Prüfung standhalten müssen."
Bis Ende November werden die Empfehlungen der Experten vorliegen. Aufgrund dieser wird die Anti-Doping-Kommission entscheiden, ob ein Verfahren wie bei einer klassischen Dopingkontrolle eingeleitet wird. (Si/pac)