Martina van Berkel (19) hat am Kurzbahn-Weltcup in Berlin für ein Schweizer Rekordfestival gesorgt. Über 100 m Delfin und 200 m Delfin senkte die Zürcherin die Bestmarken jeweils in zwei Schritten auf 59,94 respektive 2:10,59 sowie über 200 m Rücken auf 2:11,85.
In den Vorläufen am Samstagmorgen hatte van Berkel in 1:00,25 um sieben Zehntel schneller als die bisherige Rekordhalterin Carla Stampfli im Jahr 2004 angeschlagen. Im Final der besten acht schliesslich blieb sie als erste Schweizerin über 100 m Delfin unter der 1-Minuten-Grenze. Knapp eine Stunde später verbesserte die formstarke van Berkel auch über 200 m Rücken den fünfjährigen Landesrekord von Chantal Strasser um 1,14 Sekunden.
Am Sonntag setzte van Berkel ihre Rekordhatz fort. Über 200 m Delfin unterbot sie im Vorlauf ihre eigene, nur wenige Wochen alte Bestleistung um beinahe zwei Sekunden auf 2:10,68 und schliesslich im Final auf 2:10,59. Dies reichte gleichwohl nur zu Platz 8.
Rangmässig die beste Schweizer Leistung gelang Patrizia Humplik. Die Berner Brust-Spezialistin belegte über 100 m in 1:08,28 den 5. Rang. Der in Ohio studierende Schaffhauser Stefan Sigrist wurde über 400 m Lagen in 4:25,87 guter Sechster. Marina Ribi kam im Final über 100 m Lagen nicht mehr ganz an ihre im Vorlauf erzielte Zeit heran. Ribi blieb in 1:04,50 Rang 8.
Peter Marshall blieb bei seinem Sieg über 100 m Rücken in 49,63 um 31 Hundertstel unter seiner alten Bestmarke, die er erst vier Tage zuvor in Stockholm aufgestellt hatte. Nach den zuletzt gezeigten Spitzenleistungen wird sich der 26-jährige Marshall, der die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking verpasst hatte, den geplanten Rücktritt wohl nochmals überdenken.
Marshall musste aber auch einen Rekord abgeben. Sein Landsmann Randall Bal senkte in 22,87 über 50 m Rücken die Marke, die Marshall erst vier Tage zuvor in Stockholm aufgestellt hatte, um 18 Hundertstel. Eine weitere Weltbestmarke geht auf das Konto von Paul Biedermann. Der über sich hinauswachsende Deutsche schlug über 200 m Crawl nach 1:40,83 an und verbesserte den bereits acht Jahre alten Rekord des Australiers Ian Thorpe um 27 Hundertstel.
Auch der Frauen-Weltrekord über 50 m Delfin hielt nur vier Tage. Für die Australierin Marieke Guehrer stoppte die Uhr bei 24,99, womit sie um 32 Hundertstel schneller war als die Schwedin Theres Alshammar in Stockholm. Für einen Europa-Rekord sorgte Jewgeni Korotyschkin. Der Russe war in 49,74 über 100 m Delfin 28 Hundertstel schneller als der bisher Beste auf dem Kontinent, der Serbe Milorad Cavic. (Si/maz)