28.02.2010
Max Heinzer erfüllte Soll

Max Heinzer wurde in Bern Zehnter
Max Heinzer erfüllte als neue Schweizer Nummer 1 im Degenfechten am Weltcupturnier in Bern sein Soll. Der 22-jährige Immenseer wurde Zehnter. Mit Benjamin Steffen (16.) erreichte ein zweiter Schweizer die Achtelfinals am erstklassig besetzten GP.
Den ersten Turniererfolg für Spanien errang der als Nummer 5 gesetzte José-Luis Abajo mit einem 15:14-Finalsieg über den Chinesen Lianchi Yin. Im Vorjahr hatten die Schweizer am weniger stark besetzt gewesenen Heimweltcupturnier keinen Fechter in die Top 16 gebracht. Insofern erfolgte in der Wankdorfhalle eine gewisse Wiedergutmachung.
Der als Nummer 11 gesetzt gewesene Heinzer zog gegen den dreifachen GP-Bern-Champion und Vorjahressieger Alfredo Rota (It) mit 11:15 den Kürzeren. Steffen blieb auf gleicher Höhe gegen den Weltranglisten-Ersten Gauthier Grumier (Fr) mit 3:15 chancenlos. Michael Kauter und Fabian Kauter, die beiden Lokalmatadoren und weiteren Schweizer Nationalteam-Fechter, scheiterten bereits in der Runde der letzten 64. Heinzer hatte als einziger Schweizer auf Grund seiner Weltranglisten-Klassierung (16.) zu den 16 Direktgesetzten für den Finaltag gezählt.
In den Sechzehntelfinals hatte sich Heinzer gegen Francisco Limardo (Ven) nach einem Bahn- sowie Degenwechsel (beim Stande von 12:9 beziehungsweise 12:12) mit 15:12 durchgesetzt. Den prestigesträchtisten Schweizer Erfolg im 64er-Tableau realisierte Steffen mit seinem Erfolg über den Olympia-Achten von Peking und WM-Dritten von 2005, Bas Verwijlen (Ho/13:8). In den Sechzehntelfinals gewann Steffen anschliessend in einem Linkshänder-Duell gegen den Deutschen Stephan Rein mit 15:12.
Im folgenden Linkshänder-Duell gegen Grumier musste Steffen nach einem 0:5-Rückstand frühzeitig auf "Training" umstellen. "Grumier hat ein aussergewöhnliches Distanzgefühl. Das war sein Schlüssel zum Erfolg. Ich versuchte im Hinblick auf ein zukünftiges Aufeinandertreffen einfach noch, Varianten für einen anderen Gefechts-Ausgang auszuloten", sagte Steffen.
GP de Berne ab 2011 im Juni
Max Heinzer befand sich in dieser Hinsicht in Bern gegen Rota bereits in der entsprechenen Umsetzungsphase. Denn vor einem Monat war er am Weltcupturnier in Lengnano (It) vom eiskalt konternden olympischen Team-Bronze-Gewinner von Peking zu Beginn ebenfalls deklassiert worden (0:8).
"Diesmal wollte ich geduldig bleiben. Dennoch ist es mir auch in Bern nicht gelungen, in Führung zu gehen. Gegen einen defensiv so versierten und erfahrenen Fechter ist es andernfalls extrem schwierig, das Gefecht noch zu drehen", sagte Heinzer, der vor drei Wochen in Lissabon das erste Weltcupturnier bei der Elite gewinnen konnte. Bern war mit sieben Fechtern aus den aktuellen Top 10 der Weltrangliste allerdings noch ein wenig besser als als Lissabon besetzt.
"Wir sind für die Weltmeisterschaften von Anfang November in Paris im Plan", urteilte Leistungssportchef Gabriel Nigon, der indes das frühe Ausscheiden der Gebrüder Fabian und Michael Kauter bedauerte. Für Paris haben sich die beiden Schweizer Degenteams (je vier Einzel-Teilnehmer pro Geschlecht sowie je eine Equipe im Teamwettbewerb) den Gewinn einer WM-Medaille vorgenommen.
Der diesjährige Saisonhöhepunkt im Fechtsport-Mutterland gilt als erste bedeutende Standortbestimmung für das seit eineinhalb Jahren amtierende Schweizer Nationaltrainer-Duo aus Italien, Angelo Mazzoni und Gianni Muzio. Zunächst sind die Schweizer Degenfechter allerdings am kommenden Wochenende am Weltcup-Grand-Prix in Stockholm engagiert.
Ab 2011 wird der Grand de Berne zu einem späteren Zeitpunkt ausgetragen. Vorgesehen ist als Termin das erste Wochenende im Juni (4./5.). Am FIE-Kongress von Anfang April im Rahmen der Junioren-WM in Baku soll dieses Datum abgesegnet werden.(Si)