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Dekker beteuert seine Unschuld
Dekker beteuert seine Unschuld
Thomas Dekker fühlt sich betrogen

Der kurz vor dem Start zur Tour de France überführte Doping-Sünder Thomas Dekker beteuert seine Unschuld. Er habe nichts genommen und verstehe nicht, warum eine Probe vom 24. Dezember 2007, die negativ war, noch einmal analysiert worden sei, sagte Dekker der niederländischen Tageszeitung de Telegraaf.

Der 24-jährige Dekker wurde von seinem belgischen Team Silence-Lotto aus dem Kader für die Tour gestrichen, nachdem seine Probe mit einer verbesserten Analysemethode nochmals untersucht worden war. Er wisse das nicht genau einzuordnen, sagte der Niederländer, "aber ich habe das Gefühl, dass ich betrogen wurde". Zur Zeit ist Dekker in Mailand, wo er mit seinem Anwalt Hans van Oijen das weitere Vorgehen berät.

Kontrolle über Leben verloren

Der niederländische Verbandstrainer Leo van Vliet zeigte sich entsetzt: "Diese Nachricht hat mich sehr erschrocken." Dass die Tests mit neuen Methoden wiederholt wurden, sei "eine gute Sache". Egon van Kessel, Nationaltrainer bis 2008, sagte: "Thomas hat die Kontrolle über sein Leben vollkommen verloren. Man hat ihn auf einen hohen Sockel gestellt. Da stand er gerne drauf. Es ist unglaublich, dass niemand wagte, ihn zu korrigieren oder zu kritisieren."

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte die neue Untersuchung der Dekker-Probe in Köln veranlasst, da der Profi in den vergangenen Monaten mit anormalen Blutwerten auffällig geworden war. Dabei soll nach Informationen niederländischer Medien Dyn-EPO gefunden worden sein. Offizieller Wohnort Dekkers ist Monaco. Er fährt wie sein ehemaliger Rabobank-Kollege Michael Rasmussen jedoch mit einer Lizenz des monegassischen Radsportverbandes. Vor drei Jahren war Dekker nach Italien gezogen und wohnte in Lucca. Der umstrittene italienische Arzt Luigi Ceccini hat Trainingspläne für ihn geschrieben.

Rabobank bleibt Radsport treu

Schon im Vorjahr hatte es Spekulationen um Dekker gegeben. Sein damaliges Team Rabobank hatte den nun überführten Profi wegen angeblicher Formschwäche nicht für die Tour 2008 nominiert und sich später von Dekker getrennt. Auch seinen geplanten Olympia-Start in Peking sagte Dekker überraschend ab.

Rabobank-Teamleiter Erik Breuking wollte die Nachricht von der nachträglichen positiven Probe seines Ex-Fahrers nicht weiter kommentieren. "Bei uns gilt die Null-Toleranz-Grenze", stellte er nur fest. Weitere Kommentare lehnte er ab, da Dekker nicht mehr zu seinem aktuellen Team gehöre. Die Rabobank sehe noch keinen Grund, sich aus dem Profi-Radsport zurückzuziehen, sagte Heleen Crielaard, Leiterin der Sponsorabteilung der Bank. Seit 13 Jahren würden überführte Sportler fristlos entlassen. Erst wenn festgestellt würde, dass im Radteam strukturell gedopt würde, würde die Bank aus dem Sponsoring aussteigen.

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