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Nadal-Aus lässt Argentinien träumen
Nadal-Aus lässt Argentinien träumen
Spaniens Teamchef Emilio Sanchez

Die Rolle rückwärts folgte prompt, als Olympiasieger Rafael Nadal den Kampf um einen weiteren Davis-Cup-Titel erschöpft und verletzt aufgab. Während Spaniens Tennis-Anhänger erstarrten, erwachte das Selbstvertrauen der Argentinier - und die Wettbüros in Spanien wie in Südamerika verzeichneten einen radikalen Kurswechsel.

Hatten vor Nadals Absage die Quoten für den dritten Sieg der Spanier im Finale, das von Freitag bis Sonntag im argentinischen Badeort Mar del Plata stattfindet, bei 66 Prozent gelegen, so tippten nun plötzlich drei Viertel der Kunden auf Argentinien.

Nadal sieht schwarz

Auch der Weltranglisten-Erste Nadal ist skeptisch, ob es mit dem dritten Titel nach 2000 und 2004 klappen wird. "Argentinien ist der Favorit", erklärte er und machte den Kollegen doch Mut: "Sie haben den Davis Cup noch nie gewonnen, wir dagegen schon zweimal."

Dem spanischen Kapitän Emilio Sanchez geht das Wehklagen wegen Nadals Fehlen zunehmend auf die Nerven: "Wenn bei Real Madrid ein Spieler wie Ruud van Nistelrooy ausfällt, stellt der Trainer einen anderen Stürmer auf, und niemand denkt daran, dass der Verletzte sich weit weg in den USA erholt."

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Die Gauchos träumen derweil vom ersten Erfolg, nachdem die beiden bisherigen Finals 1981 und 2006 verloren gegangen sind. "Diese fünf Matches hier in Mar del Plata sind die wichtigsten in der Geschichte des argentinischen Tennis", sagte David Nalbandian.

Nalbandian: Der Titel soll her

"Ich spiele seit 2002 im Davis Cup. Dies ist eine einmalige Chance für uns." Die Nummer eins der Argentinier neben Nalbandian und den Doppelspielern Jose Acasuso und Augustin Calleri ist Juan Martin del Potro, der bei der ATP-WM nur ein Spiel gewonnen hatte. "Die Saison war schon gut, aber ich hoffe, ich kann sie mit einem Davis-Cup-Sieg krönen."

Die Zuschauer werden ihren Teil beitragen und "die Arena in einen Dampfkochtopf verwandeln", meinte Spaniens Spitzenspieler David Ferrer. Wie seine Kollegen Fernando Verdasco und Feliciano Lopez war er in Bremen dabei, als die deutsche Mannschaft im Viertelfinale ausgeschaltet wurde.

Neun Millionen Dollar lässt sich die Provinz Buenos Aires das Endspiel kosten. Aber das ist nicht der Grund für die Bedenken der Gäste. "Man muss bedenken, dass in den vergangenen 30 Jahren in 90 Prozent der Fälle der Gastgeber das Endspiel gewann", sagte Sanchez und verwies auf die fünf Finals der Spanier, von denen die drei in der Fremde verloren gingen.

 
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