Sergio Berger war bester Schweizer beim Heimspiel.
Sergio Berger sorgte im einzigen Weltcup-Heimauftritt der Schweizer Freestyler in dieser Saison für das beste Resultat. Der Bündner klassierte sich in der Halfpipe von Saas-Fee hinter je zwei Finnen und Japanern als guter Fünfter.
Das Walliser Bergwetter zeigte sich beim ersten von nur zwei FIS-Halfpipe-Wettkämpfen vor der WM im Januar 2009 in Südkorea von seiner üblen Seite. Heftige Windböen, Schneetreiben und eine schlechte Sicht stellten die Fahrer vor eine grosse Herausforderung, in anderen Wintersportarten wäre die Veranstaltung unter ähnlichen Umständen schon am frühen Morgen abgesagt worden. Derweil kam Athleten mit flexibler Fahrweise die Pipe mit ihren harten Wänden und dem durch den vielen Neuschnee weich gewordenen flachen Mittelstück entgegen.
Zu den Flexiblen durfte sich wieder einmal Sergio Berger zählen. Der 25-jährige Bündner, der seit seiner "Blütezeit" in den Saisons 2003/04 und 2004/05 (drei Podestplätze) zwischenzeitlich den Anschluss zu verlieren schien, sprang in Saas-Fee zum wiederholten Mal mitten in die Elite. Besser waren nur die dominanten Finnen Janne Korpi (1.) und Ilkka-Eemeli Laari (3.) sowie Kohdai Watanabe (2.) und Kazuhiro Kokubo (4.), zwei von fünf japanischen Finalisten, klassiert.
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Im letzten Jahr hatte Berger auf dem Fee-Gletscher den Schweizer Triumph mit dem diesmal verletzt fehlenden Iouri Podladtchikov (1.) und Christian Haller (3.) komplettiert, vor einer Woche meisterte der seit Frühling im Marketing einer Bekleidungsfirma (Quiksilver) arbeitende Berger ein starkes Europacup-Feld.
Im gestrigen Weltcup schaffte es Berger -- im Gegensatz zu gleich routinierten Fahrern wie Exweltmeister Markus Keller oder Rolf Feldmann -- in den Final. Nach Rang 6 im ersten Lauf konnte er sich steigern. Dank schönem Einstieg mit einem "1080" (3 Umdrehungen) und weiteren sauberen Tricks verbesserte sich Berger auf den fünften Platz. "Man darf meine Klassierung auf keinen Fall überbewerten", sagte der beste Schweizer. "Es war eine reine Lotterie. Ich bin ein Chamäleon, das sich den Verhältnissen anpassen kann."
Andere wie die US-Stars Keir Dillon oder Andy Finch scheiterten an den eigenen Nerven und folglich bereits in der Qualifikation. "Bei normalem Wetter hätten sie mich kaputt gemacht", fand Berger, der sich mit der guten Klassierung eine ausgezeichnete Ausgangslage für die WM-Qualifikation schuf. In die Wertung wird voraussichtlich nur noch der US-Grand-Prix vom 13. Dezember in Copper Mountain, Colorado, gelangen.
Sina Candrian knapp out
Trotz nur einem Finalplatz zog Cheftrainer Marco Bruni ein positives Fazit. "Unter den gegebenen Umständen bin ich mit den Leistungen zufrieden. Die Motivation nach zwei Tagen im Hotel war gross." In Brunis Einschätzung war der siebte Rang von Sina Candrian eingeschlossen.
Die desiginierte Nachfolgerin von Manuela Pesko war im ersten Rennen nach dem Rücktritt der Teamleaderin erwartungsgemäss beste Schweizerin. Candrian verpasste den Einzug in den Final der besten sechs Fahrerinnen um weniger als einen Punkt. Die Qualifikationswertung der 19-jährigen Flimserin (37,4 Punkte) hätten in der Endausmarchung zu Rang 4 gereicht.
"Ihre ersten beiden Sprünge waren nicht so gut wie im Training. Dadurch verlor sie viel Geschwindigkeit, um wieder hoch aus der Pipe zu kommen", analysierte Bruni das knappe Scheitern. "Das war typisch für den Wettkampf. Es sind auch andere steckengeblieben." Auf die Asiatinnen traf diese Aussage nicht zu. Die 17-jährige Chinesin Liu Jiayu gelangte vor Weltcup-Leaderin Shiho Nakashima (Jap) und der Französin Sophie Rodriguez zum dritten Weltcup-Sieg ihrer Karriere.