Wer hätte das gedacht: Noch vor zwei Jahren galt Sandra Gini als ewiges Talent, das wohl immer an der mentalen Schwäche scheitern würde. Heute ist sie die bestklassierte Schweizerin im Slalom: Rang 13 auf der Weltcupstartliste. Und damit besser auch als der bestklassierte Schweizer. Der ist nämlich nur 14. Es ist ihr Bruder Marc... Sandra ist die "Slalom First Lady" der Schweiz.
Der Verlauf des letzten Winters der Geschwister Gini ist so verschieden wie Mann und Frau. Hier Sandra, die schlecht startete und dann stark aufdrehte. Dort Marc, der mit einem Sieg in den Winter stieg und dann markant abbaute.
In Levi am Samstag soll sich für Sandra nicht wiederholen, was ihr vor einem Jahr passiert ist: „Das erste Rennen auf der Reiteralm habe ich ganz einfach verschlafen", erinnert sich die Bündnerin. Es folgten dann noch zwei weitere Nuller in Panorama und Aspen. „Da bin ich schlecht gefahren." Und als man sich schon wieder daran machte, Sandra in die Ecke der ewigen Talent zu stellen, löste sich der Knopf: 20. in Lienz, 15. in Spindlermühle, 6. in Maribor, 9. in Ofterschwang, 11. in Zagreb.
Aus dem Sorgenkind war plötzlich die Teamleaderin geworden. Aus der Zweiflerin der sichere Wert. Aus dem ewigen Talent eine Spitzenfahrerin. Noch ist Sandra nicht so stabil und sicher wie ein Fels in der Brandung. Aber sie wird immer besser. „Daran muss ich arbeiten. Der mentalen Vorbereitung räume ich viel Raum ein. Es bringt nichts, einmal ein paar Wochen etwas zu machen, und es dann wieder sausen zu lassen. Die mentale Schulung muss kontinuierlich vorangehen."
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Seit drei Jahren arbeitet Sandra Gini mit einer Mentaltrainerin zusammen. Mit Erfolg.
„Wir stehen in Levi mit einem starken Team am Start", ist sie sicher. Rabea Grand sei schnell, erzählt sie, Aita Camastral nach der langen Verletzungspause auf gutem Weg, an starke Zeiten anzuknüpfen, und auch Aline Bonjour könne bei internen Trainings Bestzeiten fahren.
Das Saisonziel von Sandra ist klar: „Ich möchte nach dem letzten Saisonrennen in den Top-7 der Weltcupstartliste stehen." Das kann sie nur erreichen, wenn sie Podestplätze herausfährt. Auch jene an den Weltmeisterschaften zählen für die Weltcupstartliste...