Mit Pauken und Trompeten ist Marc Gini in Reiteralm in den letzten Winter gestartet - mit einem Sieg! Still und leise hat er die Saison fortgesetzt - mit vielen Ausfällen. „An dieser Schwäche habe ich diesen Sommer gearbeitet", sagt der im Weltranking mit dem 14. Platz bestklassierte Schweizer.
Zu hohe Ausfallquote
Gini ist bei elf Slalom-Starts sechsmal ausgeschieden. Das entspricht einer Quote von 55 Prozent. Dieses wenig ruhmreiche Ranking führt übrigens der Schwede Jens Byggmark an mit 64 Prozent Ausfällen.
Wie arbeitet man an einer zu hohen Ausfallquote? „Indem man die Technik und die Physis verbessert", sagt Gini, „und dann kommt mit jedem Jahr auch noch ein Stück Erfahrung dazu." Im Training übt er auch, einen Druck aufzubauen und mit diesem Druck dann schnelle Läufe zu fahren. „Immer mit dem Ziel, auch bis ins Ziel zu kommen", wie Marc anmerkt. Das Gute mitnehmen und das Schlecht vergessen. In diesem Sinne behält Marc Gini im Kopf, dass er den ganzen letzten Winter über schnell war. „Aber leider nur in Reiteralm in beiden Läufen."
Langweilige Trainingseinheiten in der Halle
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Viele Nationen haben in diesem Sommer immer wieder Trainingseinheiten in Skihallen absolviert. Die Schweizer aber nicht. „Einmal war ich in Landgraaf", erinnert sich Gini an den Abstecher nach Holland, „aber nicht mit dem Team, sondern mit meinem neuen Ausrüster Fischer. Dort konnten wir gute Materialtests durchführen. Aber nach drei Trainingseinheiten wird das schon ziemlich langweilig. Und Weltcuprennen sehe ich gar nicht in der Halle", spricht der Bündner jenen entgegen, die schon glauben, solche Events ohne Zuschauer wären die Zukunft.
Markant ist, dass Gini im Frühling von Völkl zu Fischer gewechselt hat. Nicht aus finanziellen Gründen. „Ich habe die letzte Saison genau anlysiert und bin drauf gekommen, dass der Fischer-Ski besser zu mir passen könnte. Die Tests haben das dann bestätigt. Der Fischer ist vielleicht nicht schneller als der Völkl, aber etwas einfacher und spielerischer zu fahren. Das sollte sich auch auf meine Ausfallquote positiv auswirken."
Gutes Schweizer Team
Noch etwas: Marc will sich mit dem Riesenslalom auf jeden Fall eine zweite Disziplin neben dem Slalom zulegen. Aber bei 15 Versuchen ist es ihm im Weltcup nie gelungen, sich für einen zweiten Riesenslalom-Lauf zu qualifizieren. Bis jetzt am 26. Oktober in Sölden, als er im Schlussklassement 27. wurde - und erstmals auf Fischer an den Start gegangen war. So gesehen hat sich der Transfer gelohnt.
Im Schweizer Team bildet Marc Gini zusammen mit Daniel Albrecht und Marc Berthod (wenn dieser weder verletzt noch krank ist) das tonangebende Trio. „Aber auch Silvan Zurbriggen kann wieder schnell fahren", ist Gini aufgefallen, „und dicht auf den Fersen ist uns auch Sandro Viletta."
Am Sonntag in Levi geht es für Marc sicher darum, schnell ins Ziel zu kommen. Das hat er ja geübt. Und sich nicht verrückt machen lassen, wenns nicht klappt. Am 8. November ist Gini 24 Jahre alt geworden. Das Durchschnittsalter der Slalom-Sieger im letzten Winter lag bei 27 Jahren. Marc hat also noch ein bisschen Zeit...