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Hölzls Premiere fand ohne Schweizerinnen statt
Hölzls Premiere fand ohne Schweizerinnen statt
Kathrin Hölzl voller Konzentration zum ersten Weltcup-Sieg

Kathrin Hölzl hat im Riesenslalom in Aspen (USA) das Duell zweier Weltmeisterinnen gegen Kathrin Zettel für sich entschieden. Die Deutsche feierte mit 24 Hundertsteln Vorsprung auf die Österreicherin ihren ersten Weltcup-Sieg. Die fünf Schweizerinnen verpassten allesamt das Finale.

Steiles Gelände, eisige Unterlage. Kathrin Hölzl fand in Aspen exakt ihre bevorzugten Verhältnisse vor. Bei ähnlicher Vorgabe war die Bayerin aus Berchtesgaden im Februar in Val d'Isère auf der Männer-Strecke "Face de Bellevarde" zur Überraschung aller zu WM-Gold gefahren.

Erste Deutsche seit sechs Jahren

Auch diesmal kam der Erfolg unerwartet. "Damit habe ich nie und nimmer gerechnet", sagte die 25-Jährige, die das Klassement schon nach halbem Pensum angeführt hatte. "Umso schöner, dass ich es nun auch im Weltcup geschafft habe." Zuvor waren Platz 2 im März 2007 im Saisonfinale in Lenzerheide und Rang 3 zu Beginn dieses Jahres in Maribor Kathrin Hölzls Bestergebnisse im Weltcup gewesen. Der Deutsche Skiverband musste über sechs Jahren auf einen Vollerfolg in einem Riesenslalom warten; als zuvor letzte DSV-Vertreterin war Martina Ertl im Oktober 2003 in Sölden ganz oben auf dem Podium gestanden.

Der Weltcup-Hang in Aspen gehört seit geraumer Zeit auch zu den bevorzugten Revieren der patentierten Jägerin Kathrin Zettel. Hier hatte die Niederösterreicherin aus Göstling vor drei Jahren den ersten ihrer sechs Weltcup-Siege eingefahren, hier hatte sie im Winter zuvor als Dritte im Riesenslalom zum ersten Mal einen Podestplatz errungen, und hier war sie in den letzten acht Prüfungen, je vier Riesenslaloms und Slaloms, nie schlechter denn als Fünfte klassiert.

Schon beim Prolog in Sölden war die Kombinations-Weltmeisterin, die wegen einer Angina vor zwei Wochen auf den Start im Slalom in Levi (Fi) hatte verzichten müssen, Zweite geworden. Damals war sie um die Winzigkeit eines Hundertstels von Tanja Poutiainen bezwungen worden. Die Finnin ihrerseits ist gegenwärtig nicht in der Lage, ihr Potenzial wunschgemäss abzurufen. Sie verletzte sich vor einer Woche im Training ohne zu stürzen am Rücken, schlägt sich seither mit erheblichen Schmerzen herum und wurde bis am Freitag auf den Rennpisten nicht mehr gesichtet. "Mit den gleichen Problemen war ich zuvor schon zweimal konfrontiert. Wenigstens ist nichts gebrochen", erzählte die Nordländerin nach ihrem 26. Rang.

Flankiert auf dem Podest wurden die beiden Titelhalterinnen völlig überraschend von der Italienerin Federica Brignone. Die 19-jährige Tochter der einstigen Slalom-Künstlerin Maria Rosa Quario, die zwischen 1979 und 1983 vier Weltcup-Siege errungen hatte, war auf dieser Stufe erst zum fünften Mal am Start. Das bislang einzige zählbare Ergebnis hatte die Junioren-Weltmeisterin in der Kombination vor vier Wochen in Sölden mit Platz 21 abgeliefert.

Schweizerinnen ausgerutscht

Die Schweizerinnen fanden sich auf dem vereisten Hang überhaupt nicht zurecht. Das Unheil begann mit der Fahrt von Fabienne Suter, die sich auf harten Pisten seit jeher schwer tut. Die nach der rekonvaleszenten Lara Gut stärkste Riesenslalom-Fahrerin von Swiss-Ski konnte ihre Unsicherheit abermals nicht abstreifen und büsste über fünf Sekunden auf die Bestzeit von Kathrin Hölzl ein. "Letzte Woche hatten wir bei ähnlichen Bedingungen trainiert. Da habe ich gemerkt, dass ich diese Unterlage nach wie vor nicht im Griff habe. Es ist hart, unter diesen Umständen an den Start zu gehen. Ich weiss nicht, woran es liegt. Ich arbeite mittlerweile seit drei Jahren an dieser Schwäche", berichtete die Schwyzerin (43.). Andrea Dettling (44.) und Rabea Grand (47.) lagen noch weiter zurück. Aline Bonjour, im Vorjahr an gleicher Stelle Vierzehnte, und Denise Feierabend bei ihrem Riesenslalom-Debüt im Weltcup schieden aus.

Zu den Gescheiterten im ersten Durchgang gehörte auch Lindsey Vonn. Die Dominatorin der Szene beschädigte sich an einem Stein einen Ski, womit das "Kapitel Aspen" um eine unerfreuliche Episode reicher war. Noch am Vortag hatte die Weltcup-Gesamtsiegerin der letzten zwei Saisons die Piste als "den schlimmsten Berg der Welt" bezeichnet.

von David Bernold, Aspen (Si)

 
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