22.07.2010
Streit mit Albaner - Morisod bös verletzt

Patrice Morisod hätte beinahe sein Augenlicht verloren
Riesiges Glück für Skitrainer Patrice Morisod: Beinahe hätte er sein Augenlicht verloren - weil er sich mit einem Albaner anlegte.
Passiert ist es in Morisods Heimatort Zinal, im Wallis, in einem Restaurant. Eine Gruppe älterer Leute war da, aber auch ein betrunkener Albaner, der die Senioren anpöbelte und schikanierte. Da mochte Patrice Morisod nicht mehr länger zuschauen und forderte den Albaner auf, das Lokal zu verlassen.
Angriff mit einem Glas
Dieser reagierte sofort und hemmunglos: In der Hand hielt er bereits ein Glas mit abgebrochendem Hals - dieses Glas knallte er Morisod mit voller Wucht mitten ins Gesicht. "Ich brauchte einige Zeite, bis ich dem Schläger das Glas wegnehmen konnte", erinnert sich Patrice.
Die Situation klärte sich - der Albaner haute ab, und Morisod fuhr in Sion ins Spital. "Mit 25 Stichen mussten die Schnittwunden genäht werden", berichtet der Trainer, "alle rund ums Auge. Ich habe riesiges Glück gehabt, dass mich kein Splittern im Auge traf. Eigentlich ist es ein Wunder."
Der Arzt hat Morisod übrigens fotografiert. "Ich habe mich fast selber nicht mehr erkannt, so übel war ich zugerichtet", sagt Patrice.
Morisod neu in Frankreich aktiv
Vom Spital fuhr er wieder nach Zinal und machte sich am folgenden Tag auf die Suche nach dem Täger. "Ich hatte ihn schon einmal gesehen und konnte mir vorstellen, wo ich ihn finden würde." Tatsächlich: Morisod begenete dem Albaner und stellte ihn zur Rede. Er hat sich entschuldigt, es würde ihm leid tun. Morisod sagte darauf: "Du hast genau 24 Stunden Zeit mir einen Vorschlag zu machen, wie es weitergehen soll." Darauf war der Albaner ratlos, worauf Patrice zur Polizeit fuhr und Anzeige erstattete. "Schliesslich dürfte meine Wiederherstellung einiges kosten."
Vor einem Jahr hat Erfolgstrainer Patrice Morisod Swiss Ski überraschend verlassen und einen Trainerjob in Frankreich angenommen. Trotz vermöbeltem Gesicht ist er in Zermatt auf dem Gletscher an der Arbeit. "Wir haben viel zu tun", weiss der Walliser, "denn nach dem Rückzug von Rossignol und Dynastar aus den Speeddisziplinen stand fast die ganze Mannschaft ohne Material da. Ein Glück, dass Head in Frankreich eingestiegen ist."
Morisod fliegt mit den französischen Rennfahrern im August nach Ushuaia in Argentinien und anschliessend nach La Parva in Chile zum Sommertraining.
Von Mario Rall

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