13.02.2009
Abdi: ''Sind die Gejagten - Ausreden gibt es nicht''

Almen Abdi: ''In der Nati habe ich nicht das gleiche Selbstvertrauen wie beim FCZ''
Über das 2:2 gegen GC vom vergangenen Wochenende möchte ich keine grossen Worte verlieren. Vor dem Spiel hätte ich gesagt, dass ein Unentschieden nicht schlecht wäre, doch danach waren wir natürlich alle enttäuscht. Ich konnte mit Johnny Leoni beim Nati-Zusammenzug nochmals ausführlich über die Situation beim Ausgleich sprechen: Er war zwar immer noch sauer, dass der Schiri das Foul von Zarate nicht gesehen hatte, doch dann beruhigte er sich wieder rasch. Vielleicht hat sich Johnny etwas ungeschickt angestellt, doch ich mache ihm keinen Vorwurf; schliesslich hat er uns auch schon viele Punkte gerettet.
Gegen Bulgarien durfte ich am Mittwoch mit der Nati die ganze zweite Halbzeit durchspielen, was mich natürlich gefreut hat. Der Gegner war sehr gut, am Schluss ging das 1:1 meiner Meinung nach in Ordnung. Viele gute Szenen hatte ich zwar nicht, doch Ottmar Hitzfeld hat nach dem Spiel meine aggressive Spielweise gelobt. Ich weiss, dass ich besser spielen kann, aber in der Nati habe ich nicht das gleiche Selbstvertrauen wie beim FCZ. Dies auch darum, weil der Rhythmus viel höher ist und man mit dem Ball am Fuss kaum Zeit hat. Besonders beeindruckt war ich von Berbatov, seine technischen Fähigkeiten sind wirklich enorm, nicht umsonst ist er bei ManU ein Star.
Zurück zum FCZ. Am Samstag steht ein wichtiges Spiel an, gegen Bellinzona wollen wir unbedingt gewinnen. In der Vorrunde siegten wir gegen die Tessiner zweimal 3:0, doch dies darf uns nicht täuschen: Wir müssen 100 Prozent abrufen, ansonsten könnte es gefährlich werden. Die Rolle des Gejagten in der Tabelle müssen wir nun akzeptieren, Ausreden von zu grossem Druck darf es dabei nicht geben. Nicht nur Basel bläst hinter uns zum Angriff, sondern auch YB. Die Berner haben den nicht zu unterschätzenden Vorteil des Kunstrasens auf ihrer Seite. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob sie um den Titel mitspielen können.
Ich möchte zum Schluss noch einige Worte über Kresimir Stanic verlieren. Es freut mich unheimlich, dass der Gerichtsentscheid nun endlich da ist und er nicht mehr daran denken muss - auch wenn nun noch über Details diskutiert wird. Ich schreibe ihm häufig SMS, zudem treffen wir uns ab und zu und gehen zusammen essen. Ich denke, dass das Urteil so in Ordnung ist, schliesslich tut ''Kretsch" das Ganze unheimlich leid.
Bis bald,
Euer Almen Abdi