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Beschwerlicher Weg zurück zur Glaubwürdigkeit
Beschwerlicher Weg zurück zur Glaubwürdigkeit
Radsport: Der Vergangenheit davonpedalen...

Es war eine wunderbare Tour de Suisse: Viele Fans, spannende Rennen, engagierte Fahrer und eine wunderbare Streckenführung. Abgesehen von dem Zwischenfall mit Sprintrüpel Robbie McEwen, der in der Wut nach einer Etappe einfach alles nur alles ''fucking'' fand, gab es keine nennenswerten Zwischenfälle. Ist also in Bezug auf die Tour de Suisse alles Friede, Freude, Eierkuchen?

In kaum einer anderen Sportart gibt es mehr ''Blutsauger''

Nein, und das wird es auch für längere Zeit nicht sein. Dass vor einigen Jahren die Schweizer Idole Zülle, Camenzind, Meier, usw. des Dopings überführt wurden, brachte die Flamme des Enthusiasmus gegenüber der Sportart beinahe zum erliegen. Der Radsport ist nun aber nach längerem Aufenthalt im Dopingsumpf daran, sich aus dem Schlamassel der Vergangenheit zu befreien.

Paradoxerweise stellen dabei Meldungen über Dopingbefunde eine gewisse Glaubwürdigkeit her: Nur wo kontrolliert wird, gibt es noch fairen Sport. Und eines wurde deutlich - die Kontrollen im Radsport gehören mittlerweile zum Alltag der Fahrer. In kaum einer anderen Sportart wird so viel Urin und Blut überprüft - kein Wunder werden die Kontrolleure von den Profis auch ''Blutsauger'' genannt.

Kurze Etappen, wenig Berge: Auch wenig Doping?

Waren Cancellara und Co. bei der diesjährigen Tour de Suisse also wirklich ''sauber'' unterwegs? Es wurden keine Dopingbefunde gemacht - trotzdem lässt sich die Frage nicht mit 100-prozentiger Sicherheit beantworten.

Die Tour-Organisation machte auf alle Fälle in Bezug auf die Bekämpfung von Doping einen Schritt in die richtige Richtung: Kurze Etappen, wenige Pässe, genügend Erholungszeit für die Fahrer - man hatte den Eindruck, dass sich die Rundfahrt auch ohne Spritzen und Ampullen gut fahren liess. Kein Vergleich zu noch vor 10 bis 15 Jahren, als die Fahrer in einer Etappe gleich reihenweise Berge erklimmen mussten und erst nach weit über 200 Kilometern das Zielbanner sahen.

Die Begeisterung ist (bald) wieder da

Den Zuschauern gefiel die diesjährige Tour de Suisse, nicht nur dank den zwei Etappensiegen von Cancellara. Das Radsport-Fieber scheint viele Eidgenossen langsam aber sicher wieder zu befallen - diese faszinierende Sportart nutzt die eventuell letzte Chance, die sie bekommt.

Von Mathias Germann

 
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